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Fahrverbot – ja, aber?

Feinstaub ist überall. In Graz auch ganz tief in deiner Lunge. Momentan ist die Situation in Graz, Lage- & wetterbedingt, wieder besonders schlimm.

Zweifellos erhöht Feinstaub die Sterblichkeit. Aber was lässt sich dagegen machen? Die Grünen schreien nach einem Fahrverbot, die Pendler_innen dagegen, alle sind gegen „die Industrie“ und niemand ist sich einig. Laut Immissionsschutzgesetz-Luft sind die Bundesländer für die Erhaltung der Luftreinheit zuständig. „Lebensminister“ Berlakovic fühlt sich deswegen aus der Verantwortung genommen. Umweltlandesrat Kurzmann ist gegen Mittel wie eine „Umweltzone“ und wirkt in der Klimathematik nicht gerade engagiert.

Umweltzonen sind wirklich, unter bestimmten Standpunkten, ein Blödsinn. Vor allem treffen sie alte Autos. Wer fährt alte Autos? Mit großer Wahrscheinlichkeit Menschen, die sich kein neueres leisten können. Wenn jetzt der Bäcker aus Graz Umgebung mit seinem 20 Jahre alten VW Golf um zwei Uhr Früh plötzlich in einem Grazer Randbezirk stehen bleiben muss, weil er nicht mehr weiter in die Stadt darf, haben wir ein Problem. Wegen der fehlenden Mobilität im öffentlichen Verkehr schließen wir Menschen von ihrer Arbeit aus und bestrafen sie damit dafür, dass sie sich kein neueres Auto leisten können. Und sogenannte Euro-Einstufungen von Autos sagen nicht viel mehr über ein Auto aus, als wie viel Luft sich in den Abgasen befinden.

Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, wie zum Beispiel im Bezirk Innere Stadt ein völliges Fahrverbot verhangen wird. Es braucht jedoch strenge Ausnahmeregelungen für den nötigen Lieferdienst und Bauprojekte. Apropos Bauprojekte: auch hier muss etwas gemacht werden. Die Umstellung von Baumaschinen auf weniger Schadstoffreiche muss gefördert werden. Und Heizungen müssen mehr und mehr umgestellt werden.
Fahrverbote würden, kurzfristig, sicher geringe Erfolge bringen. Das Problem ist allerdings, dass sie wohl die einzige Maßnahme auf lange Zeit hin bleiben würden und extrem exklusiv wirken können.

Kleiner Fun-Fact: wer raucht, muss sich keine Sorgen machen. Laut Studien steigt damit die Sterblichkeit um 100%.

Foto: ubiquity_zh

Klemens

Das Licht der Welt erst 1991 erblickt und schon so bitter.

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