Neonliberal.at

Neonliberal.at

Leitfaden zum Anlegen eines neuen WordPress Blogs

WordPress macht es zwar sehr leicht, ein Blog zu installieren, doch hat man nach der Installation längst noch kein fertiges Blog bzw. noch nicht alle Möglichkeiten ausgereizt. Im Folgenden möchte ich eine kurze Auflistung der wichtigsten Schritte (meiner bescheidenen Meinung nach) von der Installation bis zum Blogstart geben:
Ein eigenes Blog einrichten
0) Die Planung
Ein Blog das startet, ohne dass man weiß in welche Richtung man gehen möchte, ist relativ sicher bald verödet. Man muss denke ich, solange man nicht vor hat etwas zu etablieren von dem man leben kann, nicht soweit gehen, eine Redaktionslinie und fixe Blogzeiten festzulegen, aber Gedanken sollte man sich vorher schon ein paar machen.

1) Die Domain
Weiß man, worüber man schreiben möchte, kann man auf die Suche nach einer passenden, noch freien Domain gehen. Oder, wenn man viel Geld hat, eine bereits delegierte Domain die passen würde, kaufen. Für die Domain ist wichtig, dass sie etwas über das Blog aussagt. Keywords in der Domain stärken die Position in Suchmaschinen enorm. Ein Politikblog mit der Domain politik-blog.at hat einen klaren Startvorteil gegenüber z.B. neonliberal.at. Ein anderes Motiv beim Domainkauf kann sein, eine Marke erschaffen oder prägen zu wollen. Allerdings besteht dabei immer die Gefahr, dass Leute die den Namen lesen, nicht wissen was sie damit anfangen sollen, und nicht drauf klicken.

2) Der Webspace
Kostenloses gutes ungefährliches Hosting ohne Nachteile gibt es nicht. Aber empfehlenswerte und weniger empfehlenswerte Hoster. Da letztere dazu neigen, Anwaltsbriefe zu verschicken wenn man sie erwähnt, beschränke ich mich auf erstere. Ich bin nach mehreren Versuchen bei Host Europe, und damit sehr zufrieden (Partnerlink).

Wichtig sind das die Grundvoraussetzungen für WordPress erfüllt sind, PHP (mind. 4.3, besser 5) und mindestens eine MySQL-Datenbank. Kein unbedingtes Muss, aber gut wäre das Apache mod_rewrite Modul um mittels .htaccess schöne Permalinks verwenden zu können (s.u.).

3) Die Installation
Geht schnell und selbsterklärend. WordPress bietet eine ausführliche Dokumentation dazu. Seit WordPress 3.0 inkl. etwas mehr Sicherheit.

4) Mach es zu deinem Blog

Themes
Gib deinem Blog ein individuelles Aussehen. Geschmäcker sind verschieden, allgemein ist es aber sinnvoll, die Seite nicht mit 25 Widgets, 20 Kategorien und 50 Seiten zu überladen. Auch zu viele Effekte (z.B. Javascript) können schädlich sein, da sich die Ladezeit erheblich verlängern kann, was die Erfahrung für die Besucher_innen verschlechter und von Suchmaschinen negativ bewertet werden kann.

Immer mehr Themes für WordPress sind kostenpflichtig. Bei anderen kostenlosen Themes die man im Web findet, haben die Urheber_innen Schadcode eingeschmuggelt. Sicher sein kann man sich bei Themes aus dem offiziellen Theme Directory.

Plugins
Auch hier gilt: Am sichersten sind die aus dem offiziellen Plugin Directory. Das Angebot ist unüberschaubar, weshalb es immer wieder nett ist, dass sich Listen mit den “x besten Plugins zu Sicherheit, SEO, etc.” finden. Auch ich hab so eine Liste verfasst: 10 nützliche WordPress-Plugins.

Content
is King. Ein schönes Theme und tolle Funktionen von Plugins sind sicher etwas wert, aber die Nr. 1 der Faktoren für den (Miss-)Erfolg eines Blogs ist der Content. Deshalb sollten auch schon ein paar Einträge bereit stehen, wenn du das Blog bekannt machst, damit die Besucher_innen sich von der Qualität deiner Einträge überzeugen können und wissen, was sie erwartet, wenn sie wiederkommen.

RSS-Feed
Um den Newsfeed deines Blogs anpassen zu können und einen Überblick über die Anzahl der Abonennt_innen zu haben, empfiehlt sich die Verwendung von Feedburner. Google hat auch gleich ein Plugin für WordPress im Angebot, dass den WordPress-Feed (normalerweise unter domain.at/?feed=rss erreichbar) zu deinem Feedburner-Feed (feeds.feedburner.com/AusgewählteBezeichnung) umleitet.

5) Sei freundlich zu den Suchmaschinen
Ein paar einfache Schritte gleich zu Beginn machen dein Blog suchmaschinenfreundlich und tragen so mit der Zeit dazu bei, immer mehr Besucher_innen anzulocken. Dazu zählt, mittels .htaccess “sprechende” URLs einzurichten, also statt “neonliberal.at/?p=293″ steht dann “neonliberal.at/eine-schoene-url” (dazu empfiehlt sich für deutschsprachige Blogs das Plugin WP-Permalauts, damit WordPress Umlaute nicht von ä zu a sondern zu ae verarbeitet). Wichtig sind auch der Titel der Artikel. Für die Optimierung dieser gibt es Plugins wie Platinum SEO Pack. Damit lassen sich auch andere Dinge, wie z.B. welche Seiten deines Blogs von Suchmaschinen indiziert werden sollen, und welche nicht, regeln. Letztere Einstellung ist wichtig um Duplicate Content (doppelte Inhalte) zu vermeiden, da Suchmaschinen (Google) es mit schlechtem Ranking bestrafen, wenn der exakt gleiche Inhalt unter verschiedenen URLs zu erreichen ist.

Was Suchmaschinen auch gerne haben, ist eine Übersicht über alle Seiten deines Blogs, eine sogenannte Sitemap. Diese richtet man ganz einfach mittels Plugins wie Google XML Sitemaps ein. Empfehlenswert ist es auch, eine robots.txt Datei ins Stammverzeichnis des Blogs hochzuladen. Wer sich näher damit beschäftigen möchte, wie Suchmaschinen das Blog sehen und welche Seite sie davon in den Index aufnehmen, der sollte seine Seite bei Google Webmaster-Tools, Yahoo! Site Explorer und Bing Webmaster Center eintragen.

Und weiter?
Ist das Blog eingerichtet und mit ersten Einträgen befüllt, geht es daran es bekannt zu machen. Dazu eignen sich z.B. Twitter (ein Tweet für jeden neuen Eintrag) und Facebook (z.B. das Blog bei networkedblogs registrieren). Auch sinnvoll Kommentare in thematisch ähnlichen Blogs bringen Aufmerksamkeit und ein paar Klicks. Und wenn dein Content gut ist, werden ein paar Leute auf dich verlinken, über diese Links kommen mehr Besucher_innen von denen vielleicht wieder ein paar auf dich verlinken, etc. Wenn du Geduld hast, und am Ball bleibst (und keinen Blödsinn schreibst, die Seite mit Werbung zumülllst, etc.) steht einem funktionierenden Blog nichts mehr im Weg.

Weiterführende Links
Eine viel ausführlichere Beschäftigung mit dem Thema Blog-Start
WordPress-Tipps und -Plugins von einem der besten WP-Plugin-Entwickler
Ausführlich Artikel über Suchmaschinenoptimierung für WordPress (Englisch)

Bild: dimnikolov

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Comments (4)

  1. Fuchsy24. Januar 2011 Antworten
    Sehr schöne und gelungene Zusammenstellung! Der Empfehlung von Hosteurope kann ich mich nur anschließen.
  2. Steven25. Januar 2011 Antworten
    Wow, super Artikel! Vielen Dank! Ich habe auch gerade kürzlich einen privaten Blog ins Leben gerufen. Konnte von deinem Artikel noch den ein oder anderen Tipp übernehmen. Als kleine Ergänzung: ich habe meinen Blog auch in Blogverzeichnissen eingetragen. Gute Blogverzeichnisse sind meiner Meinung nach:
    http://www.blogalm.de
    http://www.bloggeramt.de
    http://www.blogkartei.de Grüße,
    Steven
  3. LukasW28. Januar 2011 Antworten
    Als Neo-Blogger hat mir dieser BEitrag sehr gut gefallen, ich werden in der nächsten Zeit versuchen, einige Tipps auch in meinen Blog aufzunehmen.
  4. Pingback: Mehr Frauen ins Web 2.0 - VSStÖ in der ÖH Uni Graz 26. Februar 2011 [...] Geduld und eine verständliche Anleitung. So wie die zum Beispiel von Thomas Knapp auf den Blog neonliberal. Frau sollte sich einmal ein wenig hinsetzen, und einfach probieren. Es kann ja nichts passieren [...]

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