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One-term President Obama? Ein Rückblick

Wie super war der Super Tuesday? Schaffen es die Republikaner, einen geeigneten Gegenkandidaten zu Obama aufzustellen? Um diese und weitere Fragen zum Präsidentschaftswahlkampf in den USA zu beantworten, veranstalteten wir gestern in Zusammenarbeit mit der Studienvertretung Anglistik und Amerikanistik die Diskussionsveranstaltung „One-term President Obama?“

Unter der Moderation von Enesa Mujezinovic (Vorsitzende der STV Anglsitik und Amerikanistik) diskutierten der US-Wahlkampfexperte und Mitinitiator von USA2012.at, Yussi Pick, Prof. Walter Hölbling vom Institut für Amerikanistik sowie der Fulbright-Visiting Professor Anthony Harkins den Wahlkampf in Amerika. Ein Thema, das wohl auch in Graz auf viel Interesse stößt, immerhin war der Lehrsaal der Universität Graz bis auf den letzten Platz gefüllt. Auch der Live Stream, der durch Franz Fuchs von der ÖH Uni Graz ermöglicht wurde, erfreute sich hoher Zugriffszahlen.

Yussi Pick startete mit einer Erläuterung des Präsidentschafts-Wahlsystems in Amerika sowie mit einer Übersicht über die Bewerber der Republikaner. Obwohl der Super Tuesday keine klare Entscheidung im Rennen zwischen Mitt Romney und Rick Santorum bringen konnte, meint Yussi Pick: „Everyone knows it’s going to be Romney in the end, but the republican base is not happy.“ Der republikanische Gegenkandidat von Obama wird also sehr wahrscheinlich der „Flip-Flopper“ Romney, der jedoch manchen Republikaner_innen nicht konservativ genug ist. Das Problem von Romney ist, so Yussi Pick, dass die Tea-Party die republikanische Basis erreicht hat.

In der weiteren Diskussion wurde auch das zwiespältige Verhältnis der amerikanischen Bevölkerung zur Politik beleuchtet. Anthony Harkins meinte etwa: „People have no real relationship with government anymore“. Yussi Pick sieht es ähnlich: „Everybody hates congress, but everybody loves their congresspeople. That’s an incredible contradiction.“ Ein Widerspruch, an dem die Republikaner nicht ganz unschuldig sein dürften, immerhin schafften sie es, eine alternative Realität zu schaffen, in der die staatlichen Regulierungen für die Finanzkrise verantwortlich gemacht werden.

 

Es wäre aber zu einfach, die republikanischen Wähler_innen als „verrückt“ zu bezeichnen. Yussi Pick ist der Ansicht, dass sie einfach Antworten darauf haben möchten, wie man zum Zustand in Amerika vor ein paar Jahrzehnten zurückkehren könnte. Aber, so Walter Hölbling: „You can’t repeat the past. Even the Great Gatsby couldn’t.“

Doch wie wird die Wahlkampfstrategie von Obama aussehen? „The strategy of Barack Obama is going to be about economy, the equality-frame and telling people that Romney is out of touch“, schätzt Yussi Pick.

Der Präsidentschaftswahlkampf verspricht also, noch spannender zu werden. Geht es nach den Besucher_innen der Veranstaltung, wird Obama kein „one-term President“. Enesa Mujezinovic richtete ihre Abschlussfrage, ob Obama wiedergewählt wird oder nicht, an alle Teilnehmer_innen – die klare Mehrheit war der Meinung, dass Obama auch die nächsten vier Jahre Präsident der USA bleiben wird.

Den Input von Yussi Pick gibt es hier als Videomitschnitt:
httpv://www.youtube.com/watch?v=zcJiGJUHJ3k&feature=youtu.be

Die Zusammenfassung einiger Punkte der Diskussionsveranstaltung:
httpv://youtu.be/fZYD7QfZeyc

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