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Rücktritte des Jahres 2011

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, zugleich bedeutet das, dass so ziemlich jedes Medium „Jahreslisten“ veröffentlicht. Wir dürfen da natürlich nicht fehlen – und starten sogleich mit einer politischen Kategorie: den Rücktritten des Jahres.

2011 war sozusagen das Jahr der Rücktritte. Korruptionsaffären, die Schuldenkrise und parteipolitische Streitigkeiten forderten ihre Opfer, und wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Top-Ten der wichtigsten Rücktritte des Jahres zu erstellen:

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1. Silvio Berlusconi als Italiens Ministerpräsident: weil es endlich vorbei ist

Wahlen haben es nicht geschafft, ihn abzusetzen – die Schuldenkrise schon. Obwohl er Italiens Politik aufgrund einer Wahlniederlage gegen die Linke schon einmal verlassen musste, wurde er dank seiner enormen Medienmacht wieder Ministerpräsident. Eine schillernde Figur, die wohl eher wegen privater Skandale, wie etwa der Bunga-Bunga-Partys, als aufgrund ihrer Politik in Erinnerung bleiben wird.

2. Karl-Theodor zu Guttenberg als deutscher Verteidigungsminister: weil plagiieren nicht nett ist

Ist über seinen Doktortitel gestolpert und musste zurücktreten. Etwas, das bei der Rücktrittskultur in Österreich wohl kaum möglich gewesen wäre. Nun kehrt er als EU-Berater für Internetfreiheit wieder in die Politik zurück – eine Position, in der ein nicht ganz korrekt erworbener Doktortitel anscheinend kein Hindernis ist.

3. Ernst Strasser als EU-Parlamentarier: weil er jetzt mehr Zeit für Lobbying hat

Dank einer Videoaufzeichnung durfte die Welt erfahren, was Ernst Strasser unter Lobbying versteht. Der erste EU-Parlamentarier, der aufgrund der „Cash-for-Laws-Affäre“ zurücktrat, verließ die Politik aufgrund einer „Kampagne gegen ihn“, die der ÖVP schaden könnte.

4. Wolfgang Schüssel als Nationalratsabgeordneter: weil eine Ära vorbei ist

Wolfgang Schüssel prägte Österreichs Politik maßgeblich. Der seit 1989 in der Bundesregierung tätige „schwarze Kreisky“ bescherte uns zweimal schwarz-blau bzw. schwarz-blau-orange und räumte seinen Platz im Nationalrat aufgrund der Telekom-Affäre, die in der Politiklandschaft Österreichs wohl noch weitere Kreise ziehen wird.

5. Giorgos Andrea Papandreou als griechischer Ministerpräsident: weil sein Nachfolger angeblich von den gefälschten Bilanzen, die zu Griechenlands Beitritt in die Währungsunion führten, wusste

Der Sohn und Enkel von ehemaligen Ministerpräsidenten war zwei Jahre lang selbst Ministerpräsident von Griechenland. Die griechische Finanzkrise und die damit einhergehenden drastisches Sparmaßnahmen seiner Regierung führten zu massiven Protesten in Griechenland und zwangen in auch zur Aufgabe seines Amtes.

6. Guido Westerwelle als Deutschlands Vizekanzler und FDP-Vorsitzender: weil die FDP ziemlich lädiert ist

7. Christian Lindner als FDP-Generalsekretär: weil die FDP ziemlich lädiert ist

8. Christine Marek als Obfrau der ÖVP Wien: weil die ÖVP Wien ziemlich lädiert ist

9. Edmund Müller als Vorsitzender der SPÖ Graz und Stadtrat: weil die SPÖ Graz ziemlich lädiert ist

10. Josef Pröll als Österreichs Vizekanzler und Finanzminister: weil einer mal aufgezeigt hat, wie sehr Politik auf die Gesundheit gehen kann

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