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The Antlers – Together

Das epische Brooklyner Indie Trio The Antlers leistet sich abseits ihrer Album Meisterwerke einen kleinen Ausrutscher: ‚Together‘ ist mehr Interaktion mit befreundeten Bands als eine essentielle Discographieerweiterung. Nur für Die-Hard Fans interessant.

Diese werden sich den bisher iTunes exklusiven Track ‚Tongue Tied‚ eventuell ja schon anderweitig besorgt haben. Trotzdem natürlich nett, den elegischen Herzschmerseufzer auf Platte serviert zu bekommen. Dass dieser der Qualität der restlichen für ‚Burst Apart‚ geschriebenen Songs dezent hinterherhinkt und zu Recht ausgespart wurde, macht natürlich per se keine schlechte Komposition aus der Nummer. Womit das heiß erwartete The Xx Cover ‚VCR‚ zum einzig wirklich neuen Song auf ‚(Together)‘ wird – und sich letztendlich den Vorwurf gefallen muss, nur nicht den Erwartungen standhalten zu können. Dabei ist die Interpretation stimmig, geschmackvoll webt allerlei Hintergrundarbeit um Peter Silberman´s anmutiges Falsett und damit ein schöner Aufputz. Nur eben nicht mehr.

Nach bislang ausschließlich über Gebühr gelungenen Veröffentlichungen darf man sich aber auch einmal ein wenig zurücklehnen und einfach mal die Anderen machen lassen. ‚Parentheses‘, ‚French Exit‚ und ‚I Don´t Want Love‘ bekommen deswegen jeweils interessante Remixes, deren Mehrwert sich jedoch in bescheidenem Rahmen hält – und dabei dem stillen Credo von ‚(Together)‚ folgt: alles hier ist nett, nichts jedoch wirklich grandios oder essentiell.
Eben auch, wenn befreundete Bands Hand anlegen. Nicole Atkins erarbeitet gemeinsam mit der Band eine neue Version von ‚Hounds‘ mit etwas kräftigeren Vocals, der keyboardversessene ‚Rolled Together‘ von Neon Indian geistert ja schon seit Monaten durchs Netz und präsentiert sich als verhältnismäßig unspektakuläre Neuinterpretation. Richtig handzahm wirkt das alles erst Recht im Vergleich zu Bear in Heaven: Die  machen aus dem Dreiminüter ‚Parentheses‘ eine auf 18 Minuten ausgewalzte Shoegazenummer mit Elektronikzuneigung. Mag das auch manchmal nur so wirken, als würden die Burschen da nur  ihre Instrumente stimmen: So macht man das!
Mag ‚(Together)‘ mit 55 Minuten auch länger ausgefallen sein als jede bisherige Veröffentlichung der Brooklyner – in erster Linie ist das hier eine Die-Hard-Fangeschichte. Eine nur phasenweise überzeugende Aufarbeitung der ‚Burst Apart‘ Phase und der vielleicht beste Beweis, dass The Antlers am besten sind, wenn sie ihren kummergetränkten Indie Rock allein im Kämmerlein einspielen.

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Comments (1)

  1. Pingback: The Antlers – Undersea - HeavyPop.atHeavyPop.at 26. Juli 2012 […] wohl auch, was viele bereits vom unter falschen Erwartungshaltungen knieenden ‘(together)‘ einforderten, die Ankündigung eines neuerlichen Zenits der eigenen […]

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