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VdB’s öffentliche Webfinanzierung

Die Krone sieht einen weiteren Meilenstein auf ihrer Grünen-Hetzjagd in der offiziellen Website des Wiener Hochschul-Beauftragten Alexander van der Bellen.

13.824 Euro soll die Website der Stadt Wien gekostet haben. Das wäre an sich alles kein Problem, sie beschreibt seine Funktion, berichtet über Tätigkeiten. Aber sie trägt auch groß seinen Namen und sein Konterfei. Zu groß, um nur eine Website für seine Funktion zu sein.

Der von mir sonst sehr geschätzte burgenländische Grünen-Landestagsabgeordnete Michel Reimon rechtfertigt das wie folgt…

Finde VdBs Website großartig und die öffentliche Finanzierung richtig. Diskutieren kann man, dass sie seinen Namen trägt. Allerdings wird er wohl kein Kandidat bei einer Wahl mehr sein, also ist es keine versteckte Wahlkampffinanzierung wie Faymanns Inserate. der Imagetransfer verläuft in diesem Fall sicher umgekehrt: Funktion und Website profitieren von VdBs Bekanntheit.

@michelreimon Tweets 1, 2 und 3

Da wird mit Werbewert argumentiert, der auf die Funktion übertragen werden soll. VdB schaut als präsenter Beobachter hinter einem Taferl hervor (wechselt sich dabei übrigens mit anderen ab), sein Name ziert nicht nur die Website, sondern auch die Domain, über die man diese abruft. Und da liegt der Hund auch schon begraben. Denn was passiert mit dieser Domain, wenn VdB sich doch noch entscheidet, zu einer Wahl anzutreten?

  1. Sie wird eingestampft.
    Halte ich für unwahrscheinlich. Der Werbewert ist schließlich da, van der Bellen ist der bekannteste Grüne Österreichs. Seinen Namen wird er, vor allem in der Wahlkampfzeit, nicht fallen lassen.
  2. Sie wird von der Stadt an die Grünen verkauft…
    …und für eine andere Partei-Website über Van der Bellen. Die Domain würde dann einerseits von einer Bekanntheit unter jenen, die sie schon aufgerufen haben (was sich durch den Rummel jetzt häufen wird), andererseits durch eine gute Position bei Suchmaschinen profitieren, da bereits Verlinkungen bestehen, die Domain seit längerem aktiv ist etc.
    Update: die Domain ist auf Van der Bellen gemeldet, nicht auf Stadt o.ä.

Gehen wir, gegen Reimons Argument, dass VdB kein Kandidat mehr sein wird, vom Fall 2 aus, sehe ich darin einen klaren Vorteil für den Wahlkampf um Van der Bellen. Und als bekanntester Grüner Österreichs wirbt er nicht nur für sein Amt (das so auch mit ihm direkt in Verbindung gebracht wird), sondern auch ganz klar für die Arbeit der Grünen in der Stadt Wien. Damit habe ich kein Problem – solange das auch von den Grünen finanziert wird.

Das Argument “Nicht so schlimm wie Faymann” möchte ich ehrlich gesagt unbeachtet lassen. Politik sollte Probleme auch daran erkennen, dass sie mit “Aber x ist nicht so schlimm wie y” zu verkleiner versucht werden.

Klemens

Das Licht der Welt erst 1991 erblickt und schon so bitter.

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