Dafür, dass allen der Eurovision-Songcontest seit Jahren ja eh so egal ist, ist die aktuelle Aufregung um den Gewinn der Trackshittaz ziemlich groß.
Und was da alles für Vergleiche gezogen werden. Die Hörer_innen der Trackshittaz sind demzufolge Bauern./dumm./Blau (Politisch wie in Promille)./Trottel./deppert. Das macht den Sieg der Trackshittaz unpackbar./zum Beweis, was schief läuft./zur besten Voraussage für die nächste Nationalratswahl./zum besten Sittenbild Österreichs.
Die Behauptungen gibt’s aber auch von der anderen Seite. Wer Conchita Wurst mag, ist demnach schwul/schwul/schwul/dumm und schwul und steht sowieso auf Transen.
Aber Hauptsache, es ist allen egal. Jetzt aber mal ehrlich: die bemühten Vergleiche der Trackshittaz zu einem bestimmten politischen Lager sind unhaltbar. Ich kenne genug Linke, die David Guetta zum Tanzen super finden. Trotzdem keine Nazis, sollten aber eventuell genauer auf den Text hören.
Ebenso unhaltbar ist es, vom Ergebnis einer Abstimmung bei einer TV-Sendung namens “ÖSTERREICH ROCKT DEN SONG CONTEST” auf die Mentalität der Einwohner_innen eines ganzen Staates zu schließen. Wir glauben schließlich auch nicht alle, dass Lordi Finnland als Gesamtpaket repräsentieren – oder hab ich was versäumt und das geht da oben echt so zu?
Die Untergriffigkeiten in der “Diskussion” zeugt von allem anderem als von Geschmack, Feingefühl oder Intellekt. “Bauerntrottel”, “Schwuchtel” – wer solche Begriffe ernsthaft verwendet, sollte zu aller erst vor der eigenen Türe kehren.
Foto: Screenshot ZiB 24
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