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25 Jahre Die Grünen – Gespräch zwischen Dieter Brosz und Artur Worseg

Die Grünen werden 25 Jahre alt und nehmen dieses Jubiläum als Anlass, um sich der Diskussion mit österreichischen Prominenten zu stellen und dies von Blogs wie dem unserem kommentieren zu lassen.

Die Paarung Dieter Brosz und Artur Worseg klingt auf den ersten Blick vielversprechend: Der Schönheitschirurg, der auch in der Seitenblickewelt zuhause ist und der Medien- und Sportsprecher der scheinbar letzten politisch korrekten Partei Österreichs, den Grünen.

Was Schönheitschirurgie und Politik verbindet, ist schnell ausgemacht: ein wiederkehrendes Thema in politischen Debatten sind Schönheitsoperationen bei Minderjährigen, gegen deren Verbot sich Worseg ausspricht – obwohl sich niemand unter den ÄrztInnen wohl fühlt, wenn ein junger Patient oder eine junge Patientin zu ihnen kommt. Viel mehr sollten Jugendliche psychologisch oder psychotherapeutisch darauf vorbereitet werden. Wird festgestellt, dass die Person die Operation aus Entwicklungsgründen wirklich braucht, soll diese von der Krankenkasse übernommen werden. Schönheitsoperationen für Jugendliche auf Krankenschein? Ein interessanter Ansatz. Brosz beleuchtet das Thema von ganz anderer Seite: würde sich das Bildungssystem nicht an den Schwächen, sondern an den Stärken der Kinder orientieren, hätten diese mehr Selbstbewusstsein und könnten ihr Aussehen leichter hinnehmen.

Außerdem ist das Auftreten und Aussehen in der Politik besonders wichtig. Für Worseg gilt in der Politik: „Je weniger Persönlichkeit, desto schöner muss man sein.“ Brosz ist der Überzeugung, dass die Grünen den Mainstream, der im Bezug auf das Aussehen in der Politik herrscht, nach wie vor durchbrechen. Auch Worseg meint, dass sich die Grünen äußerlich noch immer als Grüne präsentieren. In Wahrheit haben sich die Grünen SpitzenpolitikerInnen mittlerweile an das Establishment angenähert, Birkenstocksandalen- und LeinenhosenträgerInnen wird man – zumindest in der Öffentlichkeit – eher selten antreffen.

Dieser Videoclip spiegelt den derzeit Zustand der Grünen wieder: Man versucht neu und innovativ zu sein (und veröffentlicht deswegen Diskussionen zwischen Politikern und österreichischen Prominenten auf youtube)- dabei ist es nur langatmig. Aber: Die Partei ist 25 und somit mehr als erwachsen geworden. Das jugendliche Feuer ist verloren gegangen. Anstatt sich ständig an die guten alten Zeiten zu klammern, wo man in Birkenstock-Sandalen gegen das Establishment gekämpft hat und sowieso ganz anders war als alle anderen Parteien, sollte man sich daran gewöhnen, dass man nun ein seriöseres Auftreten hat und dies als neue Stärke betrachten: Schließlich können die Grünen sich momentan rühmen, die einzige Partei im Parlament zu sein, die nicht von Korruptionsvorwürfen betroffen ist.

Der Artikel wurde gemeinsam von Barbara & Christiane verfasst.

Der Neongrelle Botenaffe

Der Neongrelle Botenaffe - ein Zeichen für die Freiheit der Kommunikation, ein Kämpfer für die Wahrheit und die Freiheit der Medien. Anonym bringt er alles an sein Ziel, ohne je einen Dank dafür zu verlangen. Denn die, die ihn schon kennen, lassen eine Banane auf ihrer Türschwelle für ihn zurück.

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