Neonliberal.at

Neonliberal.at

Blut aus Nord – 777-Sect(s)

Blut aus Nord befindet sich im Veröffentlichungsrausch. Nach dem Re-Release des 2001er Albums The Mystical Beast Of Rebellion im Jänner, starten die Franzosen mit dem ersten Teil einer noch dieses Jahr vollendet werdenden Triologie.

Leichte Kost geht definitiv anders. Der Dreier um Vindsval steigt von der ersten Sekunde an hart ins Gefecht. Epitome I eröffnet den Black Metal Reigen mit derbst davongedroschenen Schlagzeug, dissonante Gitarrenfiguren rauben den letzten Nerv und infernales Gekeife erledigt den Rest. Dabei zeigt Blut aus Nord schon hier, was eine Harke ist: Kurz biegt der Song Richtung Epik ab, wiegt in Sicherheit, ehe die nächste Runde beginnt und den endgültigen Knockout bereitet.
Dass die letzten zwei Minuten ausschließlich mit bedrohlichem Synthesizernebel aufwarten, klingt da wie blanker Hohn.

In den darauffolgenden vierzig Minuten  wartet die Fortsetzung dieses Husarenrittes. Zwischen Epitome I und Epitome VI lotet Blut aus Nord konsequent die von ihnen markierten Territorien aus. Wandeln dabei über atmosphärische Keyboardflächen und epische Songstrukturen immer wieder Richtung zutiefst verstörenden Black Metal Ausbrüchen, die sich mit ihren dissonant-atonalen Auswüchsen nicht selten selbst gegen erprobte Hörgewohnheiten stemmen. Taucht Vindsval aus den verstörenden Alptraummotiven auf,  keift  der Franzose selbst den innersten Höllenkreis in Schutt und Asche und lässt Blut aus Nord endgültig zum Klangbild der Apokalypse mutieren.
777 – Sect(s) ist zu einem beeindruckend dunklen Monolith des Wahnsinns geraten, schwankt zwischen trügerischen Momenten entrückten Wohlklangs und bestialischen Black Metal Torturen mit geradezu ekelhafter Anziehungskraft.

Blut aus Nord isteine Band, die den Hörer fordert. Einträchtige Momente sind hier nur die Ruhe vor dem immer wiederkehrenden Sturm. 777 – Sect(s) ist der abnormale Bastard der tiefschwarzen Misanthropie Celeste´s, dem sterilen Industrialmoloch  Godflesh´s und progressiven Forscherdrangs jenseits der Genregrenze geworden. Ist fesselnd und abstoßend gleichermaßen, von garstiger Schönheit und abstoßender Hässlichkeit, zwischen den Polen Mort und Memoria Vetusta.
777 – Sect(s) ist Black Metal als abartige Selbstgeißelung.


[amazon_link id=“B004P05OB6″ target=“_blank“ ]777-Sect(S) auf Amazon[/amazon_link]

Add a comment

Comments (1)

  1. Pingback: Blut aus Nord – What Once Was… Liber II - HeavyPop.atHeavyPop.at 6. August 2012 […] sollende ‘Cosmosophy‘, das dritte und letzte Album der im vergangenen Jahr mit ‘Sect(s)‘ und ‘The Desanctification‘ begonnene ‘777‘-Konzeptreihe schon lange […]

Add a comment

Finde uns auf Facebook