Neonliberal.at

Neonliberal.at

Ausbau der Studienbeihilfe – Jetzt!

Die Diskussionen um Studiengebühren erwecken den Eindruck, dass diese allein Interessierte vom Studium abhalten. Aber viele Menschen können sich ein Studium nicht leisten, da ihre Eltern knapp zuviel verdienen, um die Beihilfe zu erhalten. Außerdem ist auch die Höhe der Beihilfe nicht gerade fürstlich.

Die derzeitige Höchststudienbeihilfe für Studierende, die aufgrund der großen Entfernung nicht bei ihren Eltern wohnen können (und keine Familienbeihilfe erhalten), beträgt 679 €. Im Supermarkt muss man schon 25 Stunden/Woche arbeiten, um das herauszubekommen. Soviel Geld fürs Nichtstun also??

Wenn man bedenkt, dass Studierende, die in Mindestzeit fertig sein wollen, meist nur geringfügig arbeiten können und somit nur knapp 370€ dazuverdienen können, relativiert sich dieser Betrag wieder: die durchschnittlichen Wohnkosten betragen derzeit 325 Euro.

Somit bleiben (wenn man nebenbei nicht bezahlter Tätigkeit nachgeht) rund 350 € der Beihilfe übrig für Lebensmittel, Skripten und Bücher- und andere Dinge, die man als StudentIn so braucht (PC, Internet, etc.). Für Sprachkurse, ausgefallene Praktika (die meist unbezahlt sind) oder Auslandsaufenthalte, die den Lebenslauf aufwerten und den eigenen Erfahrungshorizont erweitern, bleibt so kaum Geld über. Außerdem wird die lehrveranstaltungsfreie Zeit im Sommer von Studierenden mit weniger finanzkräftigem Hintergrund zum Geldverdienen genutzt: meist in Fabriken, der Gastronomie, etc. Kurzum: Jobs, die zwar kurzfristig Geld aufs Konto bringen, aber langfristig keinen Pluspunkt im Lebenslauf.

Natürlich, andere Menschen kommen mit viel weniger Geld über die Runden, es ist trotzdem schade, dass Studierende, deren Eltern nicht mehr Geld zuschießen können, mit einem Betrag unter der Armutsgrenze auskommen müssen. Für wirklich gut bezahlte Jobs reicht ein Studium allein- auch mit exzellenten Noten- meist nicht mehr aus. Denn dazu bräuchte man die zuvor erwähnten Zusatzaktivitäten. Somit wird sichergestellt, dass die finanzstarke Elite die Führungsjob weiterhin in den eigenen Reihen vergeben können und Akademiker mit finanzschwachen Elternhaus überdie mittlere Führungsebene nicht hinaus kommen.

Foto: mammal

 

No comments yet.

Add a comment

Finde uns auf Facebook