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Barn Burner – Bangers II: Scum of the Earth

Barn Burner unterstreichen mit ‚Bangers II: Scum Of The Earth‘ ihr Debütalbum ‚Bangers‘ doppelt. Unterhaltsamer Metal, den man sich zudem so richtig schön saufen kann. Außerdem Konsistenz auf ganzer Linie: Das Albumcover geht mal wieder gar nicht, das ist schon jetzt mit ziemlicher Sicherheit das hässlichste des Jahres.

Womit Barn Burner aber zumindest schon mal einen Preis am Ende des Jahres nahezu sicher haben, ob viele weitere folgen werden bleibt abzuwarten. Denn originell oder besonders eigenständig ist Barn Burner´s Zweite nicht geworden, genau genommen unterscheidet sie sich auch kaum – das leicht variantenreichere Songwriting und die doch differenziertere Produktion mal außen vorgelassen – vom 2009er Erstlingswerk ‚Bangers‚.
Was natürlich auch seine positiven Seiten mit sich bringt: Wieder machen Barn Burner nichts neu, aber vieles richtig und liefern erneut einen gelungenen Querschnitt ihrer Einflüsse ab, verstehen es abermals prächtig, nicht als ärgerliches Plagiat wargenommen zu werden, sondern als derbstens Laune machende Zitate-Schleuder.

Verschleudert wird dabei, was schon auf dem Debüt unterhielt: Den Thrashmetal borgen sich Barn Buner von Metallica (natürlich aus jener Zeit, als diese noch nicht auf die dunkle Seite der Macht gewechselt waren), die Leadgitarre von Iron Maiden, den Rockfaktor zu kleinen Teilen aus den 70ern und zu Großen von High on Fire und würzen das Alles noch mit Sludgemetal, wie ihn die kanadischen Kollegen von Bison B.C. so vortrefflich einprügeln. Womit sie nach wie vor hinter den Vorbildern hinterherhinken aber die ideale Vorband von The Sword wären.
Wo klasse Riffrocker wie ‚Keg Stand And Deliver‚ so richtig ihre Klasse entfalten und die Matten zu heavy Gitarren und stampfenden Beats geschwungen werden dürfen; man zu ‚The Earth´s Crust‚ mit Punk´s in den Pit moshen und gemeinsam rätseln könnte, ob man all diese verdammt eingängigen Melodien nicht irgendwo schon einmal gehört hat.
Was aber keine Rolle mehr spielt, wenn man etwa im famosen Titelsong schon längst keine Ahnung mehr hat, wo einem der Verstand hingerockt wird, nachdem man von der superben Rhytmussektion in Grund und Boden geschlägert und dieser jaulenden Leadgitarre aufgebaut wurde – und man sich trotzdem noch ´nen Ohrwurm einfängt.

Keine Frage – Barn Burner haben ihre Hausaufgaben gründlich gemacht und verstehen es ausgezeichnet, aus den letzten 30 Jahren Metal die besten Momente zu destillieren und als dreckige Eigenproduktion zu verkaufen. Dass Sänger Kevin Keegan dabei immer noch viel zu brav ins Mikro schreit, ist zwar wieder alles andere als zweckdienlich, lässt aber noch die Hoffnung am Leben, dass der Junge mit der dünnen Stimme irgendwann doch noch zu einem markanter brüllenden Frontmann heranwächst.
In der richtigen Stimmung verkommt das einzig wirkliche Manko der Band aus Quebec jedoch zur Nebensache. Wenn man etwa zu ‚Brother Fear‚  beherzt die Luftgitarrre auspackt , während das Schlagzeug geradezu besessen ausrastet. Dann darf man sich an einer Band erfreuen, die sich noch nicht vollends selbst gefunden hat – aber weiß, wo sie hinmöchte.
Und damit ein nahezu perfektes Album für gewisse Stunden abgeliefert hat.


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