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The Pains of Being Pure At Heart – Belong

Flood und Alan Moulder pumpen die Muskeln der zauberhaften New Yorker
gehörig auf: Dem schwierigen zweiten Album stellen sich
The Pains of Being Pure At Heart mit kraftstrotzenden Indiepopperlen.

2009 eroberten The Pains of Being Pure At Heart mit ihrem unspektakulär aufregenden Debütalbum voller Schrammelrockhits quasi im Vorbeigehen all jene, die sich nur im Entferntesten für gute Songs zwischen My Bloody Valentine und The Jesus & the Mary Chain begeistern konnten.
Doch mit jedem überschwänglichen Lobgesang auf eine Platte, steigt auch die Erwartungshaltung an den Nachfolger. Die Möglichkeiten dieser zu begegnen sind natürlich mannigfaltig. The Pains of Being Pure At Heart entscheiden sich für eine der beliebtesten – und stecken ihre Popsongs in dickere Hosen mit ordentlich Schmackes.

Etwas überraschend ist es dann doch, mit welcher Wucht Belong über einen herfällt. Die Gitarren bratzen so richtig drauflos und die Rhytmussektion ist präsenter den je, überhaupt alles hier klingt so dermaßen fett wie es die Produktion von Flood (The Smashing Pumpkins, Nick Cave and the Bad Seeds, Depeche Mode, etc.) und Alan Moulder (PJ Harvey, Them Crooked Vultures, Interpol, etc.) nur erlauben kann.
Wer den schüchtern verträumten Sound des selbstbetitelten Debüts mochte, kann sich von diesem Mammutsound durchaus erschlagen fühlen, denn hier geht alles in die Vollen.
Dabei verschleiert Belong nicht lange, dass abgesehen vom neuen Soundgewand für The Pains of Being Pure At Heart nahezu alles beim alten geblieben ist. Kip Berman teilt sich zwar kaum noch das Mikrofon mit Peggy Wang, die darf dafür nicht selten ihr Keyboard derartig prominent in den Vordergrund drängen, dass die Fuzzgitarre schonmal außer Hörweite gerate kann.  Da hat jemand viel  The Cure gehört und plötzlich klingen The Pains of Being Pure At Heart noch eher als Wild Nothing nach der Band, die man Ende der 80er wohl auf Abschlussbällen hätte spielen sehen wollen.

Darüber hinaus gibt sich Belong aber als astrein aufgepimpte Version des Debütalbums.
The Pains of Being Pure At Heart schütteln ihre traumhaften Indiepopohrwürmer immer noch aus dem Ärmel, als gäbe es nichts leichteres auf der Welt. Die hauen einen Hit nach dem anderen raus, die Dichte potentieller Singles ist mindestens ebenso eklatant hoch wie beim Vorgänger.
Man muss kein Prophet sein um sagen zu können, dass die New Yorker mit ihrem zweiten Album wohl endgültig durch die Decke gehen werden.

Belong schafft es mühelos gleichermaßen Erwartungshaltungen zu erfüllen, wie den nächsten Schritt zu gehen und The Pains of Being Pure At Heart dabei auch neue Facetten abzutrotzen.
Nicht immer ist mehr auch wirklich mehr, für die New Yorker und ihre prominenten Kompagnons hinterm Mischpult geht die Rechnung jedoch auf, denn obwohl sie ein wenig ihrer verträumten Leichtigkeit einbüßen mussten, frisst die dicke Produktion nicht die Seele der Songs.
Von wegen schwieriges zweites Album.
Man darf orakeln: 2011 werden The Pains of Being Pure At Heart mit ihrem spektakulär aufregenden Zweitwerk voller synthigestämmter Schrammelrockhits quasi im Sturm all jene erobern, die sich nur im Entferntesten für gute Songs zwischen den 80ern und 90ern begeistern können.

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Comments (2)

  1. Pingback: Veronica Falls - Veronica Falls - Neonliberal.at 27. Oktober 2011 […] Pains of Being Pure at Heart begeistern können, mehr für deren Debüt als das diesjährige ‘Belong‘. Das muss man einfach annehmen, so wie Roxanne Clifford und James Hoare den traumhaften […]

  2. Pingback: The Pains Of Being Pure At Heart - The Echo of Pleasure - HeavyPop.at 18. September 2017 […] The Pains of Beeing Pure at Heart mit dem noch absolut ansprechenden Zweitwerk Belong nahezu alle Mitglieder abhanden kamen (Peggy Wang schreibt mittlerweile etwa lieber Kochbücher und […]

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