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Chuck Ragan – Covering Ground

Hot Water Music gibt es mittlerweile längst wieder, Chuck Ragan macht dennoch weiterhin den klugen Holzfäller mit dem Herz am rechten Fleck. ‚Covering Ground‘ bestätigt abermals die zwei Konstanten im Solo-Euvre des Punkrockers aus Gainsville. Siehe auch: ‚Feast or Famine‘ und ‚Gold Country‘.

Denn die Ausgangslage hat sich für Chuck Ragans dritte Soloplatte nicht verändert: wo Ragan draufsteht, spielt dessen unnachgiebig brutal-emotionale Reibeisenstimme nach wie vor die alleinige Hauptrolle. Darauf konnte man immer und wird man wohl auch in Zukunft die Musik Ragans herunterbrechen; diese Stimme wird so eingesetzt immer auf der Haben-Seite zu verbuchen sein. ‚Covering Ground‚ zeigt desweiteren aber auch gewohntermaßen die kauzige Akkustikgitarre in der wichtigsten Nebenrolle und etabliert die muntere Fiedel als allgegenwärtigen Sidekick. Optional dazu darf man sich noch Mundharmonika, Mandoline und Gaslight Anthem bzw. Horrible Crowes Frontkreationist Brian Fallon (‚Meet me in the Middle‚) und Judy Garland Großnichte respektive Lena Meyer Landrut´s / Susan Boyle´s Songwriterin  Audra Mae (‚Valentine‘) als Backroundstimmen dazu denken. Und ‚Covering Ground‚ dann zwischen Bruce Springsteen und Bob Dylan zu Mike Ness, Dustin Kenrue und all den anderen Punkern mit Folkseite im Plattenschrank einsortieren. War klar, Ragan spielt natürlich auch diesmal wieder stimmgewaltigen Folkblues – erste Konstante.

Die zweite: ‚Covering Ground‚ ist mindestens gleich gelungen wie seine Vorgänger und doch – wiedereinmal bleibt das Songwriting hinter dem zurück, was der Name Ragan und die dazugehörigen Stimmbänder versprechen würden. Auch auf ‚Covering Ground‘ kann Ragan mit einigen wirklich starken Songs aufwarten – und füllt die restliche Albumlänge mit zuviel komponierter Höhepunktlosigkeit. So stechen die stärksten Parts natürlich deutlich hervor – etwa  das polternde ‚Wish on the Moon‚, das mit charmanter ‚Can’t Help Falling In Love‚ – Homage aufwarten kann, die romatische Sause ‚Valentine‚, das melancholische ‚Right as Rain‚ oder der ungemein eindringliche Folkanfang ‚Nothing Left to Prove‚ – während sich das Gros der Songs als äußerst stimmungsvolle, aber eben selten tatsächlich herausragende Sammlung entpuppt. Dazu gesellen sich wieder Ragans zwischen abgründigen Pathos und tiefgründigen Weisheiten einpendelnden Whiskey-Abend Lyrics, die einem mit ernster Miene immer wieder ein wissendes Nicken abringen. ‚Covering Ground‚ macht es damit gleich wie seine beiden Vorgänger, Ragan liefert ein überdurchschnittliches Folkrock Album ab, dass zu jedem Zeitpunkt gelungene Handwerkskunst aufzeigt allerdings abermals abseits von Ragans Stimme alles andere ein wenig zur Nebensächlichkeit geraten lässt. In den richtigen Momenten freilich zur schönsten Nebensächlichkeit der Welt.

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