Neonliberal.at

Neonliberal.at

Clara Luzia – Falling into place

Am 4. Mai 2011 präsentierte Clara Luzia ihr viertes Album Falling into place (asinella records) im p.p.c. Graz. Das, wie auch alle bisherigen Alben, im April erschienene Stück enthält zwölf gewohnt schnörkellose aber doch bis ins Detail gestaltete Tracks.  Musikalischen Beitrag leisteten außer Frontfrau Clara Ines Perschy (dr), Heidi Dokalik (cello), neu dabei ist Max Hauer (keys, bass, percussion) und für einige Tracks gibt’s zusätzlich eine Viola (Roswitha Dokalik).

Ein Gastbeitrag von Elisabeth Luggauer

Update: Fotos vom Konzert am Ende des Beitrags

Nach einem gelungenen Vorspann von Chris Magerl durften Clara Luzia und ihr fast vollständiges Ensemble den  zahlreichen ZuhörerInnen zeigen, was seit 2009 zu Musik verarbeitet wurde.

Der Titel des Werks lässt auf befriedende Stimmung, auf ein Ankommen schließen, verstärkt durch die Zeichnungen am Cover, eine mit einem Fallschirm in einer „Clara Luzia landing zone“  aufsetzende Clara (Sadi Güran). Dies wird schnell zunichte gemacht durch die erste Textzeile des ersten Songs – my greatest fear is yet to come. Da hilft auch die weihnachtlich-tannengrüne Gitarre, mit der Clara Luzia ihr Grazer Konzert eröffnet, nichts mehr. Von der tannengrünen Gitarre stammt jedoch der Sound zu Old house for sale, denn der Abend im p.p.c wird mit einer  alten Nummer eröffnet. Gelungener Auftakt, beschwingt erinnert sich das Publikum, dann geht’s los mit den neuen Schöpfungen, unterbrochen von bekannten Höhepunkten ().

Die zarte und zugleich überraschend kräftige Stimme der Amadeus-Preisträgerin (The long memory) entführt in eine Welt voll Leichtigkeit und frohen Mutes, doch je tiefer man blickt bzw. hört, desto mehr findet man auch: ein langes Intro besinnt  für den Inhalt  von Colours, der  Bewertung von Gott und Nation.  How the mighty fall spricht von Macht und Gier und Bewusstem Gehenlassen– ob die mit den Klängen von Klavier und drums mitschwingende Ironie beabsichtigt ist?  Die  musikalische Landschaft um den Albumtitel Falling into place könnte The waving ones sein, diese Worte erzählen vom (zuversichtlichen) Warten auf ein Ankommen irgendwo. Mit einem unter die Haut gehenden Intro startet Release the Sea. Auf einer Nordseeinsel ereilte Clara eine Lungenentzündung. Rundherum nur zugefrorenes Meer, abgeschnitten von der Umwelt, stiegen in Clara Ängste hoch, die in Worte gefasst und mit wunderbaren Klavierklängen von Max Hauer unterlegt, die Zuhörer mitnehmen in das Loch aus Meer und Wellen und Kälte und Einsamkeit und Angst.

Clara über Release the Sea und Max Hauer: „Ich kann es immer noch nicht fassen, wie präzise er dieses Gefühlschaos auf den Punkt bringen konnte, mit welch großem Gespür er mein Wirrwarr in Musik übersetzt hatte.“ (Asinella Records Pressetext). Das Aushängeschild der Platte, Love in times of war, ertönt erst als Zugabe. Es wäre ein Leichtes  mit den Gitarrenklängen in positiv-melancholische Sphären abzudriften, doch das dramatische , teilweise alleine gelassene Klavier weist wieder auf die Ernsthaftigkeit des Musikstückes hin.Nach zwei weiteren Zugaben signierten Clara und Ines Perschy CDs, Max Hauer räumte die Bühne, und damit auch Heidi aus der Dose, zusammen.

Alles in allem ist Clara Luzia „eine dieser Stimmen, denen man einfach gerne und lange zuhört (…)“ (Der Kurier, 17.4. 2009)

[amazon_link id=“B004Q88VSU“ target=“_blank“ container=““ container_class=““ ]Falling Into Place auf Amazon[/amazon_link]

Mit Dank an Patrick Klampfl:

No comments yet.

Add a comment

Finde uns auf Facebook