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R.E.M. – Collapse Into Now

Das 21. Jahrhundert hätte für R.E.M. wahrlich besser starten können.
Konnte das durchwachsene Reveal seine Schwächen noch hinter einigen wenigen starken Einzelsongs verstecken, folgte mit Around the Sun der vielleicht einzige Totalausfall der Karriere. Die spontan gedachte Frischzellenkur Accelerate durfte den Weg aus der proklamierten Krise auch nur andeuten.
Dass R.E.M. für Collapse Into Now Gastbeiträge von Lenny Keye, Joel Gibb, Peaches, Patti Smith und Eddie Vedder ankündigten, mag insofern schon mehr Neugierde entfacht haben, als das 15. Studioalbum der Band an sich.

Und was macht Collapse Into Now? Präsentiert sich nach drei schwächelnden Alben in Folge als das vielleicht rückschrittlichste, eklektischste Album der Band in diesem Jahrhundert.
Geht keinen Schritt, den man nicht zwischen Document und Up schon gegangen wäre. Verlässt sich vollends auf simpel gestrickte Poprock Songs mit klassischen Michael Stipe Melodien. Stellt sich als Best Of Platte ohne alte Hits dar.
Unter diesem Gesichtspunkt eine verzichtbare Platte.

Das hieße aber auch auf zwölf ausnahmslos starke Songs verzichten.
R.E.M. interpretieren Innovationslosigkeit als Besinnung auf alte Stärken. Packen die Rockkeule überzeugend aus wie lange nicht (etwa: All the Best, Alligator_Aviator_Autopilot_Antimatter), schreiben Pophymnen wie es wohl nur R.EM. können (etwa: Überlin, It Happened Today) und laufen gar immer dann zur absoluten Hochform auf wenn sie ins balladeske Richtung Schmonzette abdriften (etwa: Oh My Heart, Walk It Back).
Wer Collapse Into Now also als plumpes Destillat alter R.E.M. Platten abkanzelt, hat zwar auch Recht, ist aber ein Spielverderber.
Denn ungeachtet dessen macht Collapse Into Now in erster Linie wieder so richtig Spaß, dem Hörer wohl ebenso wie den Herren Buck, Mills und Stipe.

Dass eine Band, die Alben wie Murmur oder Automatic for the People veröffentlicht hat, ihre besten Tage hinter sich hat, scheint zwangsläufig auf der Hand zu liegen.
Insofern stellt Collapse Into Now natürlich auch keineswegs den Höhepunkt des eigenen Schaffens dar.
Sehr wohl aber das mit Abstand beste R.E.M. Album seit mindestens 13 Jahren.

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Comments (1)

  1. Pingback: R.E.M. - Part Lies, Part Heart, Part Truth, Part Garbage, 1982–2011 - Neonliberal.at | Neonliberal.at 13. November 2011 […] in peto hatten. Nach der Leerlaufphase um die Jahrtausendwende war mit dem diesjährigen ‘Collapse Into Now‘ gar die qualitative Trendwende geglückt – ein letztes Aufbäumen vor dem Ende, wie […]

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