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Cults – Cults

Die Gunst der Stunde nutzen – das geht anders. Cults aus New York ließen sich mit dem Album zur Hitsingle Zeit. Was man nicht immer hört, kommen hier die Hits doch charmant und ohne Umwege direkt aus der Hüfte geschossen.  Einnehmender Dreampop mit Hummeln im Hintern ist das!

Dabei gestaltet sich vor allem der Einstieg in Cults umwerfend. “Go Outside“, die 2010er Hitsingle findet da ihren Platz und hat mit ihren Raggae-Anleihen und Hammondorgel / Glockenspiel- Teamup nichts an Strahlekraft verloren. In einer besseren Welt ist das die Untermalung für das Nachtprogramm eines Kindersenders. Beach House hätten diesen  Ohrwurm gedrosselt und in den Nebel gezogen, Cults richten die Neonscheinwerfer darauf. Darum herum bettet das Brooklyner Duo zwei ebenbürtige Songs, das schmissige “Abducted“ und vor allem  das 5o´s affine Glanzstück “You Know What I Mean“ sind mindestens ebenso unverschämte Ohrwürmer wie “Go Outside“. Ein Bilderbuchstart.

Dass die Band damit ihre besten Songs gleich am Anfang verheizt – geschenkt. Was folgt, ist nur marginal schwächer; die Hitdichte bleibt dabei zu jedem Zeitpunkt konstant hoch. Irgendwie selbstverständlich, wenn sich da auch altbekannte Killertracks wie „Oh My God“ einfinden. In Hall gebadete Popsongs drehen vor allem in den unfassbar eingängigen Refrains richtig auf. Warum hier von “retro“ die Rede ist, kann man nachvollziehen, “Lo-Fi“ ist das aber nicht. Auf Cults tummelt sich dazu ein breites instrumentales Spektrum, mit seinem gleichermaßen organischen wie elektronischen Vibe ist die Platte damit geworden, was man sich schon von We started Nothing der Ting Tings erwartet hätte. Die New Yorker halten dem Erwartungsdruck stand.

Madeline Follin und Brian Oblivion werfen geradezu verschwenderisch mit träumerischen Melodien um sich, lullen mit schwelgerischen Songs ein und lassen die Gitarre vom Cover dabei weitestgehend im Hintergrund. Und auch gar so abzushaken bietet sich nicht immer an. Aber treffen tut´s das an A Certain Trigger geschulte Motiv dann doch recht gut. Cults ist stylish und smart, geht in die Beine und hat quasi nebenbei noch elf kurzweilige Ohrwürmer in einer knappen halben Stunde in peto. Die Mühe, die beiden Cults Köpfe in ihr erstes Album gesteckt haben, geht dabei in der unbeschwerten Musik unter. Gut so. Noch besser: Endlich muß man sich endlich nicht mehr fragen, wie The Kills wohl klingen mögen, würden sie sich stärker dem Indie-Pop zuwenden.


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