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Danko Jones – Mouth to Mouth

Rechtzeitig zum Start der kommenden Tour schieben Danko Jones die digitale Ladung Testosteron-Rock hinter ‚Below the Belt‘ nach. Das gebotene Material ist weitestgehend bekannt, endlich aber auch wieder durchgängig toll.

Auf physischen Weg scheint das nichts zu werden mit ‚Mouth to Mouth‚. Eigentlich kein Beinbruch, waren von den versammelten fünf Songs doch schon drei auf diversen Versionen des fünften Studioalbums ‚Below the Belt‚. Somit ist ‚Mouth to Mouth‚ eher ein kurzer Appetizer für die kommende Tour und gleichermaßen der verlängerte Arm der Platte – unterstreicht die EP doch den Eindruck vom letztjährigen ‚Below the Belt‚ : Mr. Danko Jones rockt zwar nicht mehr auf dem Niveau seiner frühen EP´s und vor allem der unwerfend schweißtriefenden beiden Glanztaten ‚Born a Lion‚ und ‚We Sweat Blood‚ – die schwächelnde Phase von ‚Sleep is the Enemy‚ und vor allem der orientierungslos wirkenden Lahmarschigkeit per se ‚Never Too Loud‘ ist jedoch Geschichte. Danko Jones haben wieder Spaß daran, sich die feinen Zwirne zu ruinieren.

Soll natürlich heißen: Es gibt fetteste AC/DC Riffs, die Beine breit zwischen Schweinerock und Metal gespreitzt. Die Lyrics versaut, hübsche Girls anbratend oder ohnedies der wichtigsten Sache der Welt huldigend: astreinem Rock´n´Roll. Den beherrschen Danko Jones endlich wieder annähernd so, wie in die Kanadier am Anfang ihrer Karriere so mitreißend zelebriert haben. Und dass Danko gerne mal seine besten Songs auch abseits der regulären Alben versteckt, ist ja bekannt. ‚Rock ’n‘ Roll Proletariat‚ hat deswegen nicht nur einen geilen Titel, sondern hackt das fette Riff auch standesgemäß faustschwingend zum bangenden Schädel solidarisch in die Welt. Noch besser: Das bisher unveröffentlichte ‚She’s Too Pretty‚ zieht ordentlich das Tempo an, ist eine klassische Danko Jones-Breitseite. Warum ‚The Kids Don’t Want To Rock‚ nicht auf ‚Below the Belt‚ gelandet ist, konnte man sich ohnedies nie erklären: der Geschwindigkeitsrocker bremst sich immer wieder selber aus um neu durchzustarten und hat alles, wofür man Danko und seine zwei Spießgesellen liebt. Nicht minder schlecht, nur wieder bluesiger riffend: ‚Guest List Blues‚. Dagegen fällt der ebenfalls neue Titeltrack beinahe schon wieder ab, ist dennoch gehobene Standardware aus dem Hause Jones. Ein sexueller Kopfnicker mit simpler Anleitung und großer Wirkung.

Zwar krachen in fünfzehn Minuten gerade einmal fünf Songs durch die Lautsprecher, diese ersparren sich jedoch die Rohrkrepierer, die Dankos letzten Platten zu schaffen gemacht haben. Vor allem ist ‚Mouth to Mouth‚ die endgültig zwingende Erinnerung daran, die drei Rocker – inzwischen ja mit Atom Willard hinter der Schießbude! – live auf keinen Fall zu verpassen. „I wanna turn them on to Lizzy and ZZ Top but who cares – The kids don’t want to rock!“ -muß man doch Lügen strafen.

 

Download unter dankojones.com.

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