Neonliberal.at

Neonliberal.at

Die FPÖ und der Opfermythos

HS Strache in PoseÖsterreich und die FPÖ, zwei ewige Opfer. Österreich als Opfer des Nationalsozialismus, die FPÖ als Opfer der linkslinken, radikalen, Auto- wie „Kleiner Mann„-feindlichen Politik der neuen Rot-Grünen Wiener Regierung.

Ohne Opfermythos würde die zweite Republik nicht existieren. Denn geschaffen wurde er nicht nur, um das eigene Bewusstsein zu beruhigen, sondern auch, um gegenüber den Alliierten so dazustehen als hätte man bei der nationalsozialisten Übernahme 1938 Widerstand geleistet. Dass das aber nicht ganz so war, wissen wir alle. Trotzdem brachte es Österreich 1955 die „Freiheit“, die noch heute so gerne zitiert wird.

Ein bisserl ähnlich kommt mir das bei der FPÖ vor. Die FPÖ, die Partei des großen Populismus, möchte sich immer wieder als Opfer darstellen. HC Strache wird nach harmlosen Paintballspielen in seiner Jugend als Wehrsportübungs-Teilnehmer denunziert, schon früher Haider als Nazi beschimpft – die Medienlandschaft ist gegen sie. Das wissen sie auch, weshalb sie Sprüche wie „Sie sind gegen ihn, weil er für euch ist“ [Anm.: gemeint war HC Strache] gerne plakatieren. Und jetzt auch noch Rot-Grün. Das, obwohl die FPÖ – katastrophal wie es ist – die wirklichen Siegerin der Wienwahl ist. Trotzdem: Häupl konnte nicht mit der FPÖ. Und das, obwohl sie doch nur verleumdet wird und sagt, was SIE alle auch sagen würden. Tragisch.

Das nötigte Johann Gudenus, seines Zeichens Jugendhoffnung der FPÖ, auch in der gestrigen Gemeinderatssitzung zu Aussprüchen wie „Wehret den Anfängen“ und „niemals vergessen“ (quelle: @flakowitsch). Und das ist nichts anderes als Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus. Vorbei mit Opferrolle für die FPÖ.

Foto: Michael Thurm (flickr)

Klemens

Das Licht der Welt erst 1991 erblickt und schon so bitter.

social social

No comments yet.

Add a comment

Finde uns auf Facebook