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Die Wissenschaft. Staatsfeind Nr. 1?

Wissenschafter_innen werden ja oft nur posthum geschätz, meistens gar nicht, was es ohne sie alles nicht gäbe, und das ist im Wesentlichen unsere gesamte Existenz so wie wir sie kennen, wird ignoriert. Als Einzelperson mit akademischem Titel wird man schon noch mit Respekt behandelt, und der unendlich dümmliche Versuch von Reinhold „Moral? Angriff!“ Lopatka sie als Schmarotzer in eine Neiddebatte zu führen verpuffte. Der potentiellen nächsten Generation von Wissenschafter_innen geht es da nicht so gut. Die Studierenden werden nicht unbedingt als fleißige, strebsame oder irgendwie wichtige Bevölkerungsgruppe wahrgenommen oder gar geschätzt.

Bücher sind zu mächtig

Bücher. Wer braucht sowas schon? Foto: http://www.flickr.com/photos/7883660@N05/

Und in der Stufe darunter bemüht man sich, möglichst wenigen Kindern Zugang zu guter Bildung zu ermöglichen. Und das gemeinsame Dach von vielen Wissenschafter_innen und Studierenden, die Uni, bleibt schon lange baufällig. Aber das war schon länger so. Mal eine kleine Verbesserung, mal eine kleine Verschlechterung.

Doch nun scheint die Zerstörungsregierung von Pleitenkanzler Pröll und seinem blinden Schoßhund wild entschlossen zu sein, diesen Zustand zu beenden. Indem sie Universitäten und außeruniversitäre Forschung vernichten. Wenn das verrückt klingt – wie erklärt man dann die Maßnahmen der Regierung?

Schule Sämtliche Reformschritte eingespart, SPÖ forciert die gemeinsame Schule der 10 bis 14jährigen nicht mehr, die von so ziemlich allen Expert_innen eindeutig gefordert wird.

Studierende Im Zuge der sogenannten Budgetsanierung wird die Zahl der Studierenden mit dem Mittel der sozialen Selektion dezimiert. So fällt Österreich bei der Akademiker_innenquote wieder weiter zurück und zahllose Talente werden nicht genutzt oder gehen ins Ausland.

Universitäre Forschung Wir nähern uns dem Höhepunkt eines systematischen Kaputtsparens der österreichischen Hochschulen. Das wird spätestens seit der blau/schwarzen Regierung forciert und wurde leicht besser, als Gusenbauer Kanzler war, aber nicht merkbar, und nun müssen sich die Rektorate mit Szenarien beschäftigen die niemand für möglich gehalten hatte, insbesondere in einem westeuropäischen Land. Österreichweite Institutsschließungen und Zusammenlegungen in allen Fachbereichen, im Medizinischen Bereich kann manches gar nicht mehr in Österreich durchgeführt werden, Massenkündigungen des wissenschaftlichen Personals, was auch einen Massenexodus der Wissenschafter zur Folge haben wird und der Wissenschaft in diesem Land sicherlicht gnadenlos das Genick brechen wird.

Freien Wissenschaft und Forschung Die kann nichts abfangen, wenn die Unis zerbrechen. Denn die wird selbst zerschlagen, nur schon früher. Die Bundesregierung hat so nebenbei beschlossen, alle bisher dafür zur Verfügung stehenden Mittel vollständig zu streichen. Und, fragt man sich, was ist daran so schlimm? Sind ja keine staatlichen Institutionen. Ja, das stimmt, die Einrichtungen die der Staat selbst besitzt zerstört er nicht von heute auf morgen. Aber das ändert nichts daran dass es sich um eine Auslöschung von geistigem Kapital Österreichs und einer intellektuellen Infrastruktur, die über mehrere Jahrzehnte aufgebaut wurde. Darüber wird hier informiert. Bereits knapp 17.000 Unterschriften hat die Plattform gesammelt. Heute hat sie außerdem eine Pressekonferenz unter dem Titel „Vereinsgründung „Wissenschaftskonferenz Österreich“ – Unabhängige Forschungseinrichtungen organisieren sich in Interessensvertretung“ gegeben.

Unterdessen hat heute im Nationalrat Wissenschaftsministerin Karl erklärt, wieso es so super ist, Österreich in eine Geisteswüste zu verwandeln.

Der Wissenschaftsstandort Österreich, ohnehin jetzt schon durch Schmankerl wie eine wildgewordene Bürokratie und absurde Gesetze die die Einreise für Top-Leute aus bestimmten Länden fast unmöglich machen, ein wenig ruhmreicher, wird nun also zu Ödland. Auch ein Plan

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