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Beady Eye – Different Gear, Still Speeding

Beady Eye = Oasis – Noel Gallgher. Beady Eye "Different Gear Still Speeding" Cover Art

So simpel diese Rechnung, so sehr bringt sie den Stand der Dinge auf den Punkt.
Nachdem beim geschätzt dreihundertsten Split der Gallagher Brüder tatsächlich Nägel mit Köpfen gemacht wurden, führt Liam die einstigen Britpop Megaseller also ohne den großen Bruder und Mastermind Noel samt bescheuertem neuem Namen weiter.
Und auch wenn Englands Chefprolet von Little James über Songbird bis I´m Outta Time als Komponist schon einen weiten Weg zurückgelegt hat – ein derartiges souveränes Album hätten ihm wohl die Wenigsten zugetraut.

Different Gear, Still Speading ist freilich das simpel gestrickte Rockalbum von der Stange geworden, das man erwarten durfte. Innovationsverweigerung ist natürlich ebenso Ehrensache wie das geradezu dreiste Klauen bei anderen Songs. Textlich reihen sich hier man wahllos Vokal aus dem Rock´n´Roll Lexikon aneinander. Der Versuch, sich von der Vorgängerband  auch nur im Entferntesten zu emanzipieren, wird (klugerweise?) erst gar nicht unternommen.
Wahrscheinlich ist Different Gear Still Speed allein deswegen schon ein Crowd-Pleaser.

Die eigentliche Leistung der ersten Beady Eye Veröffentlichung ist es jedoch, dass Liam den Absprung seines Bruders tatsächlich als Songwriter einigermaßen abzufedern vermag.
The Beat Goes On etwa wird früher oder später einer netten romantischen Komödie im Abspann dienen. Tausende bierselige Kehlen werden bei Beatles and Stones versehentlich den Text von My Generation mitgrölen. For Anyone wird so manche sommerromantische Erinnerung verklären. Und das Albumhighlight The Roller (inspirierte John Lennon vermutlich zu Instand Karma) wird noch zahlreichen wankenden Trunkenbolden den Heimweg als legendäre Erfahrung einbrennen.

Tatsächlich: Erwähnte Songs wären auch auf den letzten Alben der Manchester Institution keinesfalls unangenehm aufgefallen, hätten im alkoholisierten Zustand wohl kurze Entscheidungsschwierigkeit zwischen alten Evergreens der Heydays und neuen Hits provoziert.
Und dass der Rest der zu langen Platte zwischen leichter Psychedelik, aufdringlicher Sixties Attitüde und gestelzter Dramatik belanglos dahinplätschert, würde wohl nur ins Gewicht fallen, wenn man nicht den bekannten Background vorzuweisen hätte
Dann nämlich würde Different Gear, Still Speeding wohl gnadenlos untergehen.
So aber etablieren sich Beady Eye gleichermaßen als gesichtslose Tributeband an die eigene Vergangenheit wie als fähige Erbverwalter ebendieser.
Eine zweifelhafte Existenzberechtigung.

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Comments (1)

  1. Pingback: Noel Gallagher's High Flying Birds - Noel Gallagher's High Flying Birds - Neonliberal.at 12. Oktober 2011 […] auch in Hinsicht auf das durchwegs überraschend gut gelungene Beady Eye Erstlingswerk ‘Different  Gear, Still Speeding‘ genauer unter die Lupe nehmen würde – was beiderseits natürlich zulässig ist, wie […]

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