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Epic Fail #18: Sie gedenken ihrem Großdeutschen Reich

Der 8. Mai ist ein historisch großer Tag. Am 8. Mai 1945 kapitulierte die Deutsche Wehrmacht bedingungslos, der Zweite Weltkrieg hatte sein offizielles* Ende gefunden. Am 8. Mai 2011 spricht Heinz Christian Strache vor den versammelten Deutschnationalen Österreichs am Wiener Heldenplatz.

Es ist geschmacklos, es ist widerwärtig, es ist an der Grenze zu allem verfassungsrechtlich Möglichen: das „Totengedenken“ des Wiener Korporationsrings (WKR), heuer ausgerichtet von der vorsitzenden Burschenschaft Olympia. Heuer ist HC Strache Hauptredner, früher war er nur als Besucher aufgefallen. Offiziell wird dort „aller Opfer gedacht“, so Herbert Kickl von der FPÖ, welcher sich über „linke pseudomoralische Empörung“ erbost zeigte.

Die kommt von SPÖ und Grünen, welche WKR und FPÖ unterstellen, mit Rechtsextremen und Neonazis der Niederlage Hitler-Deutschlands zu gedenken. Auf jeden Fall ein brisantes Thema – aber ist das wirklich noch eine Unterstellung? Auch Alpen-Donau.info wirbt für das „Totengedenken“, WKR und Olympia sind dafür bekannt, in etwaigen Publikationen und auf ihren „Heimseiten“ nicht gerade geheimnistuerisch mit ihrer deutschnationalen Gesinnung umzugehen.
Ich frage mich: können deutschnationale, extrem rechte Burschenschaften wirklich „allen Opfern“ gedenken? Vielleicht definieren sie Opfer ja anders, oder meinen bestimmte Dinge, wie das Dritte Reich, mit. Ich weiß es nicht. Fakt ist, dass Rechtsextreme und Neonazis am 8. Mai am Heldenplatz Opfern gedenken. Oder, um Alpen-Donau zu zitieren:

Dort, wo er seiner Zeit Österreich aus der tiefsten Krise führte**, da gedenken Waffenstudenten und viele andere Deutsche der fatalen Kapitulation der Wehrmacht.

Dabei werden die Trauernden auch diesmal von der Polizei geschützt, Gegendemonstrationen verboten, wie es inzwischen Usus ist.

Wenn ich daran denke, dass eine demokratisch legitimierte, in Umfragen inzwischen auf Platz 2 platzierte Partei wie die FPÖ so offen mit Rechtsextremen sympathisiert, wird mir ganz anders. Ich appeliere an die SPÖ: denkt daran, wenn ihr das nächste Mal laut über Koalitionen nachdenkt.

*Vereinzelte Whermachtsverbände bekamen die Nachricht erst später, um sie noch in Westgebiete zurückmanövrieren zu können.
**Hitler verkündete am Heldenplatz 1938 den Anschluss Österreichs.

Foto: Anselmo Sousa

Klemens

Das Licht der Welt erst 1991 erblickt und schon so bitter.

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Comments (1)

  1. Lukas12. Mai 2011 Antworten
    Mich schockiert, dass es nicht viel mehr Leute schockiert! Aber wie lernt man es von kleinauf, als Österreicher? Verdrängen, dann passt das schon. Wuascht…

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