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Epic Fail #19: Herr, gib den Reichen

Vor ein paar Jahren war der Aufschrei groß, eine neue Finanzkrise gab sich zu erkennen. Auch, wenn niemand sich aus Wallstreet-Fenstern stürzte, war sie das wohl einschneidenste Erlebnis nach 9/11. Gelernt haben wir daraus nichts.

Viel wurde nach dem Bekanntwerden der Auswirkungen der Finanzkrise der 0er-Jahre darüber gerätselt, was denn nun anders gemacht werden muss, damit das nicht noch einmal passiert. Kongresse fanden statt, Banken wurden mit staatlichen Milliarden vor dem Konkurs gerettet, um das Finanzsystem vor dem Kollaps zu bewahren. Allen war irgendwie klar: so kann es nicht weitergehen.

Oder auch nicht. Während Helmut Elsner seit Jahren in Untersuchungshaft sitzt, wurden Raiffeisen-Manager, die ähnlich viel in den Sand gesetzt haben, mit fetten Abfertigungen in den Ruhestand geschickt.
Jetzt folgen die nächsten Gagenerhöhungen, Schlag auf Schlag. Diese Woche glänzte die Erste Bank damit, dass sie ihren Aufsichtsrät_innen die Gagen verdoppelte (von 350.000 auf 700.000 Euro).  Erste-Group-Vorstand Andreas Treichl kritisierte in Krisenzeiten überzogene Banker-Boni, verdiente 2010 jedoch doppelt so viel wie 2009, nämlich 2,79 Millionen Euro.

Treichl reagiert nüchtern auf die aktuelle Kritik an seiner Person von Seiten der Anleger_innen, spricht von Wettbewerbsfähigkeitssteigerung der Erste Group und darüber, dass Gerechtigkeit beim Verdienst so gut wie keinen Stellenwert habe. Inwiefern das gegenüber schlechter Verdienenden, die aufgrund der Finanzkrise Geld verloren haben, irgendetwas rechtfertigen soll, ist uns schleierhaft. Deswegen geht an Andreas Treichl der Fail der 19. Kalenderwoche. Herr Treichl, schämen Sie sich.

Foto: ddqhu

Klemens

Das Licht der Welt erst 1991 erblickt und schon so bitter.

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