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Epic Fail #27: ÖVP-Männer vs. Rauch-Kallat

Die ehemalige Frauenministerin und ÖVP-Abgeordnete Maria Rauch-Kallat hat sich ihren letzten Tag wohl anders vorgestellt: Sie wollte die Gelegenheit nutzen und für ein Thema, dass ihr ein besonderes Anliegen ist Aufmerksamkeit schaffen. So wollten die ÖVP-Frauen gemeinsam mit Abgeordneten der SPÖ und der Grünen einen Gesetzesantrag auf Änderung des Textes der österreichischen Bundeshymne einbringen.

Frauen haben in der ÖVP anscheinend nichts mit zu reden.

Ziel des Antrags war die Änderung von „Heimat bist du großer Söhne“ in „Heimat großer Töchter, Söhne“. In einer Geheimaktion wurde der Antrag von den Frauen geplant. Als die Männer der ÖVP davon Wind bekamen, schickten sie einen Mann nach dem anderen an das Redner_innenpult. Redebeiträge über Süßstoff und Schweinemast und die Qualität des österreichischen Weins der ÖVP-Männer verhinderten so, dass Redezeit für Rauch-Kallat übrig blieb. Durch diese ungeheuerliche Aktion der männlichen ÖVP wurde den Frauen sprichwörtlich ein Redeverbot auferlegt. Der Klubchef der ÖVP, Karl-Heinz Kopf, äußerte sich bis dato nicht zum sexistischen Verhalten der Volkspartei. Auch sein Pendant auf Seiten der SPÖ, Josef Cap, war für keine Stellungnahme erreichbar. Der sozialdemokratische Bundesgeschäftsführer und Mitglied des Verfassungsausschusses, Günter Kräuter, kündigte jedoch seine Zustimmung für die Textänderung an. Für ihn sei dieser Schritt längst überfällig und ein wichtiges Signal für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen.

Was bleibt ist ein übler Nachgeschmack und eine enttäuschte Frauenbewegung in der ÖVP. Die Männer der Volkspartei schafften es nicht mal, einer Parteikollegin einen symbolischen Triumph für die Frauen zu überlassen. Wiedereinmal haben die Konsverativen bewiesen, dass sie noch lange nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind. Sei es in der Bildungsfrage oder in der Frage der Frauenrechte. Dafür gibt es von uns den Epic Fail der Woche.

Foto: sugarmelon.com

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