Neonliberal.at

Neonliberal.at

Epic Fail #33 – Wiederbetätigung? Wuuurscht!, Pt.II

Deutsche Fans, die sich keines Verbrechens schuldig machen.In Sachen Fußball nehmen Nationalstolz und Dummheit oft Oberhand gegenüber Vernunft und g’scheiter Fanpraxis. Da rutscht manchen auch schon mal die rechte Hand aus – Polizei und Innenministerin ist das egal.

Die Fanpraxis mancher Fußballfans macht mir den Sport oft zunichte. Anfang Juni wurde eine grüne Bezirksrätin österreichisch-iranischer Abstammung im Zug von Salzburg nach Wien von Deutschen Fans am Weg zum Länderspiel Deutschland-Österreich bedroht, war Zeugin eines klaren Falles von Wiederbetätigung. Sie verständigte die Polizei, welche bei ihrer Ankunft am Wiener Westbahnhof auch wartete – und die „Fußballfans“ziehen lies. Stattdessen wurden nur die Daten des Opfers aufgenommen.

„Das dürfen S‘ net ernst nehmen, de san bsoffn und wolln Fußball schaun“, war angeblich die einzige Meldung von der Polizei, welche nach der Datenaufnahme tatenlos abzog. Zur Befragung des Opfers kam es erst nach parlamentarischer Anfrage an das Innenministerium, welches nur die Auskunft gab, dass jetzt gegen Unbekannt in Hinblick auf einen Verstoß gegen das Verbotsgesetz ermittelt werde. Die Innenministerin steht hinter den Beamten.

Solche Beamten müssten eigentlich entlassen werden. Wiederbetätigung ist ein Offizialdelikt, die Exekutive muss bei Meldung einschreiten – egal, ob es besoffene „Fans“ oder FPÖ-Wahlkampfauftakt-Besucher_innen sind. Anzeigen gegen das Verbotsgesetz dürfen nicht abgetan werden. Und vor allem darf die Innenministerin solche Fälle nicht abtun. Denn wer gegen die FPK als Feind_innen des Rechtsstaats schimpft, muss sich selbst an dessen Regeln halten. Denn Wiederbetätigung ist kein Kavaliersdelikt!

Foto: JackDalton

Klemens

Das Licht der Welt erst 1991 erblickt und schon so bitter.

social social

No comments yet.

Add a comment

Finde uns auf Facebook