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Epic #FAIL der Woche: Die ÖVP und das Abgrenzungsproblem

Wie blau ist schwarz?

Die ÖVP hat viele Probleme. Eines davon ist ein Abgrenzungsproblem.

In der letzten Woche leisteten sich gleich zwei ÖVP-Funktionäre einen Epic #FAIL:

Bernd Huber, der Büroleiter des Salzburger Vizebürgermeisters Preuner, hat in seiner Funktion als Redakteur des Mitteilungsblattes des Salzburger Kameradschaftsbundes dem verstorbenen Altnazi Hajo Herrmann einen Nachruf gewidmet, in dem er ihn etwa als „aufrechten und geraden Menschen“ bezeichnet hat. Herrmann war im zweiten Weltkrieg ein Vertrauter Görings und danach als Anwalt einer der bekanntesten Verteidiger von Rechtsextremen und Holocaust-Leugnern (wie etwa von David Irving).

Huber, der schon 2001 auffiel, als er sich bei einem Vortrag eines rechtsextremen Historikers gegen Protestierende stellte, meint, dass ihm „die Dimension“ nicht bewusst war und räumt ein, dass der Text ein Fehler war.

Die Frage bleibt: wie kann einem Politiker die Tragweite eines Nachrufes auf einen bekennenden Rechtsextremen nicht bewusst sein? Und: wie kann er annehmen, dass das die Würdigung eines Nationalsozialisten entschärft? Immerhin dürfte Huber von Herrmanns politischer Einstellung gewusst haben.

Der Bürgermeister des Weizer Ortes Albersdorf-Prebuch, Robert Schmierdofer, war wiederum etwas zu „blauäugig“ und kopierte eine Textpassage der rechtsextremen Band „Nordfront“ von einem anderen Account auf seine Pinnwand. Er distanziert sich mittlerweile davon und hat den Eintrag gelöscht.

Höchst bedenklich dabei ist nicht nur, dass er die Skinhead-Band zitierte, sondern auch, dass er das Zitat dazu benutzte, seine Forderung nach der Todesstrafe für Kinderschänder zu bekräftigen.
Erstens sollte ein politischer Funktionär genauer darauf achten, wessen Sprache er sich bedient.
Und zweitens sollte ein politischer Funktionär genauer darüber nachdenken, welche Dinge er fordert.

Deshalb verleihen wir Huber und Schmierdorfer den Epic #FAIL der Woche.

 

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