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Epic #FAIL der Woche: Die ÖVP, Freundschaftsdienste und schiefe Lichter

Zuerst wird Ernst Strasser dabei gefilmt, wie er sich auf ein vermeintliches Lobbying-Geschäft einlässt. Dann beschließen die EU-Betrugsbekämpfungsbehörde OLAF und die Korruptionsstaatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Strasser aufzunehmen. Und dann entscheidet die ÖVP, Hubert Pirker als Nachfolger von Strasser ins EU-Parlament einziehen zu lassen – ausgerechnet den Betreiber einer Lobbyfirma.

Nein, es läuft zur Zeit nicht besonders gut für die ÖVP.

Laufend kommen neue brisante und kuriose Infos rund um die „Lobbying-Affäre“ ans Licht:
Strasser behauptete nach Bekanntwerden seiner „Lobbying-Tätigkeiten“, dass er die „Lobbyisten“ auffliegen lassen wollte. Blöd nur, dass jetzt heraus kam, dass er schon im Juli für sie arbeiten wollte. Aber Strasser bleibt standhaft und spricht noch immer von „unhaltbaren Untergriffen“, es hätte nie Vereinbarungen und Geldflüsse zwischen ihm und der Scheinfirma gegeben. Sein Mandat hätte er nur zurück gelegt, um einen Reputationsschaden für die ÖVP zu vermeiden.

Dafür ist es wohl schon zu spät.

Auch Othmas Karas und Hubert Pirker strengen sich dabei an, die Negativ-Schlagzeilenserie der ÖVP nicht abreißen zu lassen: Wie „Die Presse“ berichtet, ist Pirkers Lobbyfirma in Brüssel an Karas‘ Wohnadresse angemeldet – angeblich nur ein Freundschaftsdienst, da Pirker eine Adresse in Brüssel angeben musste, um eine Telefonnummer zu bekommen.

Dass auf der Webseite der Lobbyfirma, die diese Woche vom Netz genommen wurde*, damit geworben wurde, dass Pirker „Kontakte und Beziehungen zu den Akteuren in Brüssel“ so nutze, dass die Interessen der Unternehmen erfolgreich vertreten werden, unterstützt die Argumentation des reinen Freundschaftsdienstes nicht unbedingt.

Deshalb geht der Epic #FAIL der Woche an Strasser, Pirker und das schiefe Licht, in dem sich der ÖVP-EU-Parlamentsklub derzeit befindet.

*Die Site ist noch im Google Cache zu sehen

 

Foto: michaelthurm

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