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Epic Win #19: Rauschender Widerstand gegen das Murkraftwerk in Graz

Ein Murkraftwerk mit fünf Staustufen, für 87 Millionen Euro, das 20.000 Grazer Haushalte mit Strom versorgen soll und 60.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen könnte, beschreibt ein wunderbares Projekt der Energie Steiermark, zumindest wenn es nach deren Vorstandssprecher Oswin Kois geht. Die lokale Bürger_inneninitiative „Rettet Die Mur“ sieht das anders, und mit ihnen 31.500 Unterstützer_innen.

Unterstützt wir diese „parteiunabhängige“ Plattform im Landtag von den Grünen und der KPÖ, und im Grazer Gemeinderat von Lisa Rücker, sowie u.a. vom WWF und dem „Arbeiter-Fischereiverein“. Rettet die Mur kritisiert, dass etwa 8.000 Bäume gefährdet sind und durch die massive Verschlechterung der Flussökologie ginge zusätzlich der Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich verloren.

Unter dem Namen "La Mur" formiert sich Widerstand gegen das geplante Murkraftwerk

Durch den Bau der Murpromenade ist die Mur begehbarer Lebensraum für die Grazer_innen, sogar surfen kann man auf den Wellen der Mur. Um für den Lebensraum zu kämpfen, sind sogar Besetzungen im Stil von Hainburg geplant. Mittlerweile ist auch die Grazer Kunstszene auf das Thema aufgesprungen und liefert nicht nur eine Dokumentation („Murtreiben“ von Bernhard Lukas), die in den Kinos läuft, sondern auch einen Soundtrack zum rauschenden Widerstand gegen das Murkraftwerk. Die CD „La Mur – Auf- und Abgesänge auf einen Fluss“ ist ein Sampler mit Beiträgen von 80 Künstler_innen aus der ganzen Steiermark. Darauf vertreten sind unter anderem Son Of The Velvet Rat und The Uptown Monotones.

Nach den Protesten gegen das Sparbudget der steirischen Landesregierung zeigt sich ein weiteres Mal, dass die Steirer_innen nicht alles hinnehmen, was die Politik ihnen vorsetzt, und das auch auf kreative Art und Weise. Damit ist der Epic Win der Woche auch schnell verdient.

Foto: oh_annaluise

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