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Epic Win #22: ‚Diskont‘-Raumreisen

Die Heat-1X vor ihrem JungfernflugEs ist vollbracht: beim Versuch Nummer 2 schaffte es die Rakete zweier „Amateurraketenwissenschaftler“ ganze 2.800 Meter hoch. Im Vergleich zu teuren NASA-Praktiken zählt die Rakete aus Dänemark mit Kosten von „nur“ knapp 40.000 Euro eindeutig zur Diskont-Preisklasse. Ebnet das den Weg für Diskont-Raumreisen? Eine Utopie.

Ein bisschen verrückt sind Peter Madsen und Kristian von Bengtson vermutlich schon. Die ersten Tests mit verschiedenen Motoren für Raumflug-Raketen führten sie bereits 2008 durch, 2010 waren sie dann so weit: die von ihnen gebaute Rakete „Heat-1X“ wurde gestartet – und blieb stehen. Ein zur Kühlung eingebauter Haarföhn hatte den Dienst versagt. Doch diese Woche ist es geglückt, ihr Projekt namens „Copenhagen Suborbital“ startete, explodierte nicht und sah sogar etwas Himmel. In den Weltraum schaffte die Rakete es trotzdem noch nicht. Statt erwarteter 16 schaffte sie nur 2,8 Kilometer, da sich der Bremsschirm zu früh löste.

Trotzdem darf der Start der Rakete, die nur aus handelsüblichen Komponenten gebaut wurde, als voller Erfolg gesehen werden. Das Ziel, zu zeigen, dass Raumfahrt auch abseits milliardenschwerer, regierungsfinanzierter Programme möglich ist, scheint erfüllt; Raketen? Leistbar!
So einfach ist es dann auch wieder nicht. Noch ist von einem Personenflug mit der Heat-1X strengstens abzuraten. Zeit und Geld der Hobby-Raumfahrer_innen aus Dänemark (knapp 40 weitere Menschen sind am Projekt beteiligt) sind dann doch zu knapp, um schon so weit zu sein. Wer also schnell einmal ins All möchte, muss sich erst bei der NASA oder and eren Staats-Raumfahrt-Unternehmen einen teuren Flug erkaufen. Schade, eigentlich.

Foto: Steen

Klemens

Das Licht der Welt erst 1991 erblickt und schon so bitter.

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