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Epic Win #24: Facebook schrumpft!

Mittlerweile gibt es weltweit rund 700 Millionen User_innen des sozialen Netzwerks Facebook. Aber in einigen Ländern gehen die Nutzer_innenzahlen erstmals zurück. Im Juni meldeten sich 6 Millionen Menschen in den USA von Facebook ab.

Wird Facebook bald neben MySpace, Napster & Co auf dem digitalen Friedhof liegen?

Die letzten Wachstumsschübe des sozialen Netzwerks lassen sich auf Länder zurückführen in denen Facebook erst jetzt populär wird, wie etwa Mexiko, Brasilien und Indien. In etablierten Ländern sieht es aber schon ein wenig düster aus. Bereits zum zweiten Mal sind geringere Wachstumsraten verzeichnet worden.

Inside Facebook gibt als Grund dafür saisonale Fluktuationen an, andere schieben die Schuld auf die Datenschutzdiskussionen die einige User_innen abschrecken könnte. Vielleicht wird Facebook aber einfach nur langweilig und nicht alle User_innen wollen die ständigen „Neuerungen“ (Gesichtserkennungen, Spiele die Pinnwände zu müllen, E-Mailadressen, etc…)  mitmachen. Napster, MySpace & StudiVZ können ein Lied davon singen. Früher oder später wird auch die Facebookblase platzen und durch einen neuen Hype ersetzt werden.

Vielleicht sind die sinkenden Nutzer_innenzahlen ein erstes Zeichen für das Ende. Und ganz ehrlich es wird langsam Zeit! Deswegen gibts von uns den Epic Win der Woche für alle Facebooknutzer_innen die sich entschieden haben künftig den Weg ohne das Datenklaumonster zu machen!

Foto: smemon87

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Comments (5)

  1. Fuchsy19. Juni 2011 Antworten
    „Facebook schrumpft“ ist so als Aussage falsch. Bzw. nicht belegbar. 1) InsideFacebook musste mit ihrer Aussage, dass FB in Nordamerika User verliert schon kräftig zurückrudern:
    http://www.insidefacebook.com/2011/06/13/available-data-shows-facebook-user-numbers-growing-quickly-or-slowly-or-falling/ Je nachdem, welche Messmethode von Drittunternehmen man heranzieht, zeigen die Trends Wachstum, Stagnation oder Rückgang der aktiven User. Auch InsideFacebook selbst sagt, das ihre Messmethode nicht genau ist: „Because this data can be buggy, delayed, or otherwise unclear, we regularly compare it against what leading third party measurement services show. […] Bugs can pop up for any of these services, including Facebook’s tool.“ Neue Zahlen sprechen übrigens von einem Wachstum:
    http://www.insidefacebook.com/2011/06/15/more-measurement-firms-show-stronger-may-us-facebook-growth-following-slower-start-to-2011/ Mehrere Dienste hier zeigen einen Rückgang im Februar 2011 – an gehypte Medienberichte, dass FB User verliert kann ich im Februar allerdings nicht errinnern. Einzig alleine InsideFacebook weißt für Mai sinkende Zahlen auf. 2) Das der Zuwachs (!) an neuen Usern zurückgeht ist nicht verwunderlich, sind doch die Märkte größtenteils schon gesättigt, schon im August 2010 hatten 41,6% der US-Bevölkerung einen Facebook-Account. Daher auch die Intention von FB, sich den Unter 13-Jährigen zu öffen, da gibt es noch Potential. 3) Das Userzahlen abnehmen können und trotzdem das Unternehmen nicht gefährdet ist, ist als „Hype-Cyle“ schon lange bekannt:
    http://beckerjoerges.com/2011/06/14/wie-die-presse-facebook-tot-schreibt-und-was-tatsachlich-sache-ist/ PS: Napster wurde per Gerichtsbeschluß abgedreht.
    • Christopher20. Juni 2011 Antworten
      Zugegeben der Titel „Facebook schrumpft!“ ist (bewusst) populistisch und so natürlich nicht richtig. Da war wohl der Pressesprecher in mir aktiv 😉 Deine Links sind wirklich sehr spannend und ich hab mich leider nur auf den Artikel von Facebook Inside bezogen, weil mir die anderen nicht bekannt waren.
      Zumindest hab ich mit dem „Hype Cyle“ was dazu gelernt. Dennoch glaub ich (um auf den letzten Link Bezug zu nehmen), dass sich nach einer Talfahrt der User_innern, einiges tun wird. Immerhin stehen mittlerweile hinter Facebook klare ökonomische Interessen. Allem voran, das Interesse möglichst viele neue User_innen und damit neue Daten zu sammeln. Mag sein, dass sich nach einer Weile nur die interessanten User_innen auf Facebook versammeln und nur „gehaltvolle“ Statusupdates posten. Das wird aber wahrscheinlich nicht reichen für Facebook um damit viel Geld zu machen. @Napster: Völlig richtig, das endgültige Aus für Napster war die Untersagung durch einen Gerichtsbeschluss. Wenn ich mich aber recht erinnere, nutzten die meisten Menschen schon länger davor Alternativprogramme wie LimeWire o.Ä. Ich glaube daher, dass Napster früher oder später ohnehin „gestorben“ wäre. Aber vielleicht täusche ich mich. Jedenfalls Danke für die Links und die Richtigstellung!
  2. Stefan Mackovik20. Juni 2011 Antworten
    Wieso wird’s „langsam Zeit“? Ich bin nach wie vor FB- Nutzer, einfach weil’s praktisch ist und weil ich so mit vielen Menschen Kontakt halten kann, mit denen ich sonst wenig bis keinen hätte. Sicher muss man die Datenschutzpolitik von FB kritisch hinterfragen, aber das muss man, wenn man im Netz unterwegs ist, sowieso ÜBERALL. Jedenfalls war FB mit ein Grund für ziemlich spannende und positive Entwicklungen in großen Teilen der Gesellschaft, Beispiel „arabischer Frühling“ – Dazu „Facebookrevolutionen“ zu sagen halte ich zwar für übertrieben, aber Tatsache ist, dass die Plattform hier eine wichtige Rolle gespielt hat. Die Frage, die ich an die Facbook- Basher daher stelle: was ist die Alternative? Einfach keine sozialen Plattformen mehr? Twitter zB ist für mich beispielsweise kein Ersatz, sollte es IMHO aber auch nie sein. Oder: gar keine sozialen Plattformen mehr? Und sorry, aber „Diaspora“ ist mir zu sehr abgehoben, außerdem nach wie vor technisch in keinster Weise konkurrenzfähig und obendrein unansehnlich und unintuitiv.
    • Christopher20. Juni 2011 Antworten
      Mit „es wird langsam Zeit“ war weniger die Datenschutzpolitik von Facebook oder Ähnliches gemeint, sondern eher, dass es (für mich) langweilig wird. Als „Digital Native“ kann man schon seit geraumer Zeit die Entstehung neuer digitaler Hypes beobachten und meistens genauso oft ihr Sterben. Es geht da nicht darum das soziale Netzwerk an sich abzuschaffen ohne eine Alternative , sondern um etwas „Neues“. Ich stimme unbedingt zu, dass Facebook viel Staub aufgewirbelt hat und die digitale Kommunikation auf ein neues Level gehoben hat. Dadurch erschwert sich auch die Repression in Diktaturen und hat viele positive Effekte. Wie schon gesagt, geht es mir in diesem Artikel weniger um die Datenschutzpolitik von Facebook, aber weil es im Kommentar erwähnt wird, vielleicht doch ein wenig dazu: Die Datenschutzproblematik gibt es natürlich generell im Internet zu beobachten. Doch so einfach kann man die Raffinesse mit der Facebook Daten über die eigenen User_innen sammelt nicht wegwischen. Facebook schafft es geschickt den User_innen persönliche Informationen zu entlocken, ohne dass es vielen (vor allem den älteren User_innen) bewusst ist. Vor allem das vor kurzem eingefügte Feature der Gesichtserkennung ist sehr bedenklich. Facebook setzt die Kontoeinstellung der User_innen bei der Einführung neuer Funktionen immer automatisch auf „Default“. D.h. es werden Daten gesammelt und Feature aktiviert noch bevor man Nein sagen kann. Facebook weiß sehr gut, dass die meisten User_innen den „Default“-Status nicht ändern, weil ihnen nicht bewusst ist, was es bedeutet. Klar kann man sagen, dass es die „Schuld“ der User_innen ist, aber viele „Digital Immigrants“ die von ihren Arbeitskolleg_innen gedrängt werden sich bei Facebook anzumelden, haben vielleicht nie gelernt bewusst mit ihren Daten im Internet umzugehen. Ich würde mich nicht unbedingt als „Facebook-Basher“ bezeichnen, ich würde mir nur mal eine Weiterentwicklung wünschen die etwas Neues bringt. Die Enttäuschung bei Diaspora kann ich nachvollziehen. Diaspora wird wohl nur schwer Facebook den Rang ablaufen können, aber es entwickelt sich weiter und es lohnt sich ab und an mal hineinzuschauen. Angst vor Datenklau muss man bei Diaspora jedenfalls nicht haben. Ansonsten Danke für dein Kommentar!
  3. Lukas28. Juni 2011 Antworten
    Dann werd ich wiedermal etwas Öl ins Feuer gießen und mich anschließen. Ich finds auch gut, dass der Facebook-Hype einen kleinen Dämpfer bekommt. Nicht weil ich etwas gegen soziale Netzwerke per se hätte, sondern weil ich es pervers finde, dass sich sogenannte Freunde (viele davon kennen sich nicht einmal wirklich persönlich)online voreinander produzieren. Denn Netzwerke kann man auch ohne Internet-Kommentare ala „Bin grad Pumpfett, hähä!“ aufrecht erhalten. Wie wäre es, wenn man sich öfters anrufen und treffen würde? Persönlich, nicht auf Facebook…

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