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Epic #WIN der Woche: SPÖ-ÖVP-Schwenk in Bildungspolitik

Das neue großkoalitionäre Verhandlungsduo Schmied-Amon präsentierte am Mittwoch neun Projekte, die im Schulbereich umgesetzt werden sollen – der ausverhandelte Bildungsfahrplan soll 2011 zum „Jahr der Bildungsreform“ machen.

Wird das unzeitgemäße Bildungssystem bald modernisiert?

Die große Überraschung dabei ist, dass die Pläne der Bundesregierung teilweise schüler_innenfreundlicher sind, als zuvor angenommen.

Gleich vorweg: die Mittlere Reife ist nur mehr im Polytechnischen Lehrgang vorgesehen, von Schüler_innen anderer Schulen kann dieser Abschluss freiwillig gemacht werden. Das ist immerhin ein Fortschritt.

Das geplante Kurssystem in den Oberstufen wird langsam etwas konkreter: Detailgespräche hierbei müssten laut Schmied noch geführt werden, ihre Einschätzung ist aber, dass bereits ab dem Schuljahr 2012/13 mit der etappenweisen Umstellung auf eine modulare Oberstufe begonnen werden kann. Geplant ist die Umstellung der Schulen auf Semesterbetrieb und ein Ausbau des Frühwarnsystems, ein negativ abgeschlossener Kurs soll in der nächsten Schulstufe wiederholt werden können – Schüler_innen mit mehr als zwei oder drei negativ abgeschlossen Modulen werden die Schulstufe aber wiederholen müssen.

Ein interessanter Vorschlag kommt von Amon, der anregt, dass Kurse in der modularen Oberstufe von verschiedenen Lehrer_innen angeboten werden und sich Schüler_innen aussuchen können, bei wem sie den Kurs besuchen.

Es bleibt natürlich abzuwarten, ob der Widerstand der AHS-Lehrer_innengewerkschaft nicht doch noch Wirkung zeigt und die längst überfällige Reform des Bildungswesens nur durch kosmetische Maßnahmen ersetzt wird.

Es sieht aber so aus, als hätte die Bundesregierung beschlossen, eine Bildungsreform mit positiven Aspekten zu starten, und deshalb verleihen wir ihr – es überrascht uns selbst – den Epic #WIN der Woche.

 

Foto: tin.G

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