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Epic #WIN der Woche: Zwei neue Rektorinnen

Mit Christa Neuper und Eva Bliminger reihen sich zwei neue Rektorinnen in die österreichische Geschichte ein. Neuper wird die erste Rektorin der Uni Graz und Bliminger wird in Zukunft die Geschicke der Akademie der bildenden Künste lenken.

„Wo ist die Rektorin?“ fragte sich der VSStÖ in einer Medienaktion vor wenigen Wochen.

Es wirkt fast so als hätte sich endlich etwas getan in Köpfen der Universitätsrät_innen und Senatsmitglieder. Die Scheu, eine Frau in die Endauswahl für die Stelle der Universitätsleitung zu nominieren, ist geringer als noch vor wenigen Jahren. Mittlerweile gibt es vier Rektorinnen in der Universitätenkonferenz, was bei 21 Mitgliedern zwar noch weit weg von den 50% ist, aber es tut sich was.

Der oft verhasste politische Druck verschiedenster Organisationen und Parteien macht sich bezahlt. Es ist ein Beweis dafür, dass sich etwas verändern kann, auch wenn man lange dafür kämpfen muss. Wichtig ist nur, dass die Forderung nach der Gleichberechtigung von Männern und Frauen gerade in der Wissenschaft jetzt nicht aufhören darf.

Erst im Jahr 2008 gab es mit Ingela Bruner von der Universität für Bodenkultur die erste Rektorin in Österreich, die das Amt jedoch ein Jahr später aufgrund von Mobbing zurück legte – und wieder gab es an der Spitze der Österreichischen Unis nur Männer. Ein Jahr später wurde Sonja Hammerschmid zur Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität berufen, Sabine Seidler von der TU Wien wurde in diesem Jahr zur ersten Rektorin an einer Technischen Universität in Österreich gewählt.

Christa Neuper, Neurowissenschafterin und neue Rektorin an der Uni Graz, die neben dem Institut für Psychologie an der Uni Graz auch ein Institut an der TU Graz leitet, sieht sich selbst als „positives Rollenmodell für junge Studentinnen“, sie will jungen Frauen zeigen, dass Kinder erziehen und gleichzeitig in der Forschung tätig sein, möglich ist. Eva Bliminger, zukünftige Rektorin der Wiener Akademie der bildenden Künste, weist eine vielseitige wissenschaftliche Karriere auf: neben Lehrtätigkeiten an verschiedenen Universitäten ist sie wissenschaftliche Koordinatorin der Kommission für Provenienzforschung des Unterrichtsministeriums und leitet eine Stabstelle des Rektors an der Universität für angewandte Kunst.

Dass eine wissenschaftliche Karriere für Frauen nicht selbstverständlich ist und der Effekt der gläsernen Decke noch immer stark wirkt, zeigt die Zahl der weiblichen Professor_innen in Österreich: während sich der Frauenanteil bei Studienanfänger_innen noch bei über 50% beläuft, liegt er bei den Professor_innen bei 18%.

Umso wichtiger ist es, dass ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis unter den Universitätsleiter_innen zur Normalität wird. Zwar sind wir noch weit davon entfernt, aber vier weibliche Rektorinnen sind immerhin ein Anfang, in der noch immer stärk männlich geprägten Wissenschaftswelt kann man es fast schon als einen großen Fortschritt bezeichnen. Auf jeden Fall hat es unseren Epic #WIN der Woche verdient.

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