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Epic Win #18: Freiraum für Wiens Studierende

Das Logo des Cafe RosaDie ÖH Uni Wien hat an diesem Wochenende mit dem Café Rosa jenes Lokal eröffnet, um das sich unter der Bezeichnung „Studibeisl“ eines der zentralen Themen des bisherigen ÖH-Wahlkampfs entwickelt hat. Das sagt zwar auch viel über den ÖH-Wahlkampf und die mangelnde Kreativität der konservativ/libertär/reaktionär/neonazistischen Oppossitionsfraktionen (an der ÖH Uni Wien und auf Bundesebene) aus, aber bleiben wir beim Café Rosa.

Wobei es sich nicht wirklich um ein Café im engeren Sinn handelt. Es soll weit mehr sein – ein Café, aber ohne Konsumzwang, ein Ort zum Lernen, ein Veranstaltungsort, ein Ort für Politik und mehr. Der Anspruch ist, ein Raum zu werden, „der Studieren und politisches Interesse (wieder) verbindet“. Dafür soll die Orientierung an den folgenden Grundsätzen des Vereins zur Förderung der Emanzipation von Studierenden sorgen: basisdemokratisch, feministisch, antisexistisch, progressiv, antidiskriminierend, antirassistisch, emanzipatorisch, ökologisch-nachhaltig, antifaschistisch, antinationalistisch, antiklerikal, antipatriarchal, antiheteronormativ, antikapitalistisch und solidarisch.

Wenig überraschend, dass ein solches Projekt die Kritik jener provoziert, die statt kritischer Unis gerne Fabriken hätten, die in Mindestzeit mit perfekten Scheuklappen ausgestattete FachidiotInnen ausspucken. Die ÖVP-nahe (Re)Aktionsgemeinschaft (AG) etwa kritisiert das Projekt und versucht sich an einer kleinen Kampagne dagegen. Unter www.studibeisl.at hat man einen wenig beeindruckenden Versuch einer Schmutzkübelkampagne gestartet. Beeindruckend daran ist aber, wie viel Blödsinn die AG in so wenig Inhalt verpacken konnte. So wird kritisiert, dass die ÖH Uni Wien ein Projekt für Wiener Studierende macht. Hier sollen wohl die WählerInnen getäuscht werden, indem suggeriert wird, es handle sich um Gelder der Bundes-ÖH. Die Kritik daran, dass die Grünen und Alternativen Studierenden (GRAS) und der SPÖ-nahe Verband Sozialistischer Student_innen (VSStÖ) eine linke Mehrheit in der Universitätsvertretung haben, wirft die Frage nach dem Demokratieverständnis der (Re)Aktionsgemeinschaft auf. Was hätten sich denn die WählerInnen, die eindeutig linke Fraktionen mit einer Mehrheit ausstatten, anderes erwarten sollen als linke Politik?

Die kritisierten Kosten des Projekts von ungefähr 350.000 Euro bezahlt die ÖH Uni Wien aus Rücklagen. Natürlich könnte man, wie es vielleicht die Re(Aktionsgemeinschft) lieber gesehen hätte, dieses Geld auch in Aktien zB bei der Raiffeisenbank anlegen. Das die Studierenden davon keinen Nutzen hätte, ja mei… Einen solchen gibt es beim Café Rosa eindeutig. Ein freier Raum ohne Konsumzwang in Nähe der Uni ist für viele, gerade sozial schwache Studierende die in den Außenbezirken wohnen, eine große Erleichterung, sei es als Ruhe- oder als Lernraum. Ein Raum der Studierenden für inhaltlichen Veranstaltungen, Workshops oder Parties zur Verfügung steht, statt eine teure Lokalität anmieten zu müssen. Ein Ort den Studierende selbst mitgestalten können. Das ist unser Epic WIN der Woche.

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