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The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble – From the Stairwell

Dass The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble konstant superbe Platten veröffentlichen (egal ob unter diesem oder dem Banner iher Schwesterband The Mount Fuji Doomjazz Corporation) weiß man nicht erst seit ihrem Meisterwerk Here be Dragons.

Für ihr drittes Album entschlossen sich die Niederländer allerdings, dies auf neuen Wegen zu tun –  vollkommen unabhängig.
From the Stairwell entstand so unter finanzkräftiger Mithilfe zahlreicher Fans um eine vollständig autonome Produktion gewährleisten zu können.
Nicht verwunderlich, dass unter diesen Umständen das bisher beste Kilimanjaro Darkjazz Ensemble Album heranreifen konnte.

Eine knappe Stunde spielt die Band den Soundtrack für einsame Nächte, unweigerlich spielen sich Szenen aus nie gedrehten Noir Filmen vor dem geistigen Auge ab.
Dem Gesamtsound tut es gut, dass man mittlerweile gelernt hat, die elektronischen Elemente in Zaum zu halten. Spärlicher eingesetzt fügen sich diese nun nahezu unbemerkt in die Songs ein, ergänzen sich mit der restlichen Instrumentierung perfekt. Und obwohl bei dieser wieder das ganze Programm, vom Piano über Gitarren bis hin zu diversen Bläsern, aufgefahren wird, bleibt The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble doch niemals wirklich greifbar.
Egal ob im Jazzpianoeinstieg All is Gone (ein Highlight natürlich, wenn Charlotte Cegarra einen ihrer spärlichen Auftritte am Mikrofon bekommt und mit betörend entrücktem Gesang verzaubern darf) oder im Slow Motion Industrial Klangraum Cocaine: Hier scheint immer mehr zu passieren als man wahrzunehmen glaubt, als würde The Kilimajaro Darkjazz Ensemble immer erst hinter der nächsten Ecke in einem mitternächtlichen Endlosdelirium spielen.

From the Stairwell ist wieder eher gruseligen Kopfkino, als handfester Jazz. Deswegen kann man zwischen all den traumhaften Soundlandschaften schonmal übersehen, dass The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble hier ein paar ihrer bisher besten Kompositionen auffahren. White Eyes ist vielleicht noch näher dran am verqueren Genrebeinahehit als es Embers auf Here Be Dragons war. Les Etoiles Mutantes ist Lounge Musik aus der Twilight Zone und die unfassbare Erhabenheit des Finales von Cocaine ist schon jetzt ein musikalischer Höhepunkt des Jahres 2011 .

From the Stairwell stellt so den momentanen Zenit des niederländischen Künstlerkollektivs dar. Nicht nur dank dem gelungenen Schritt in die Selbstständigkeit aber sicherlich nicht den definitiven.
Chapeau!

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Comments (1)

  1. Pingback: The Mount Fuji Doomjazz Corporation - Egor - HeavyPop.atHeavyPop.at 5. April 2012 […] ‘Métamanoir‘ als am The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble Meisterwerk ‘From the Stairwell‘. Und obwohl sich das bei aller Konsequenz in der Feinjustierung zu sehr in der […]

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