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Fußball: Homosexualität unerwünscht

Die Trainerin des Nigerianischen Fußballteams verkündete stolz, dass es, seit sie Trainerin der Falcons ist, keine lesbische Spielerin mehr im Team gibt – sie könne diese „dreckige Lebensweise“ nicht akzeptieren. Die FIFA schweigt dazu.

Eucharia Uche wurde 2009 zur Trainerin des nigerianischen Frauenteams. Laut eigener Aussage habe sie das Team durch Gott von einer lesbischen Lebensweise abgebracht, beim „First Seminar on Women Football in Nigeria: Challenges and Prospects“ nannte sie Homosexualität “dirty issue,” und “spiritually, morally very wrong”. Für die ehemalige Nigeria-Team-Spielerin waren die lesbischen Fußballerinnen in ihrem Kader eine „Besorgnis erregende“ Erfahrung. Weiters ist sie der Meinung, dass Homosexualität auch den Spielerinnen schaden würde – sie würden nach den Worten Gottes dürsten, was ihre Konzentration steigere. Sie wissen, dass Fußball ihnen Ruhm, Ehre und Spaß bringen kann, diese Hoffnungen würden durch Homosexualität zerstört werden.

Obwohl in den Statuten der FIFA ein Diskriminierungsverbot festgeschrieben ist, gibt es von Seiten der FIFA noch keine Stellungnahme zu Uches Aussagen.

Homosexualität gilt im Profifußball immer noch als Tabu. In Deutschland haben sich immerhin schon zwei Nationalmannschaftsspielerinnen als homo- bzw. bisexuell geoutet: Ursula Holl und Nadina Angerer. Holl berichtet von durchwegs positiven Reaktionen, medial gab es keinen großen Aufschrei. Aus dem Männer-Team gab es noch niemanden, der diesen Schritt gewagt hat. Mittlerweile raten aber immer mehr (Ex-)-Profi-Fußballer_innen zu Outings, wie etwa Mario Gomez und Nia Künzer, auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) tritt für die öffentliche Unterstützung homosexueller Fußballer_innen ein. Tim Wiese wiederum rät Fußballern von Outings ab, Fußball sei leider noch immer ein Machosport mit erbarmungslosen Fans.

Und eben auch mit erbarmungslosen Trainer_innen.

 

Foto: Markus Merz

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Comments (2)

  1. Fuchsy30. Juni 2011 Antworten
    leider ist homosexualität im (profi)sport generell noch ein absolutes tabu-thema: „Weil Alan Turing bei der Qualifikation im Marathonlauf für die Olympischen Sommerspiele 1948 nur fünfter wurde (die ersten vier traten an), gibt es Bestrebungen, den Marathonlauf der London Olympics 2012 als Alan-Turing-Gedächtnislauf auszutragen. Die Geste soll für die Akzeptanz der Homosexualität im Sport stehen, wird aber vom Internationalen Olympischen Komitee vehement abgelehnt.“ http://www.heise.de/newsticker/meldung/Genial-Geheim-Deutsche-Turing-Ausstellung-zum-Alan-Turing-Jahr-2012-1266293.html
  2. Da Lu3. Juli 2011 Antworten
    Naja, im Gegensatz zum Herrenfußball ist aber bei den Damen Homosexualität „historisch verankert“, und das durchaus offen. Der Vergleich hinkt also – zumindest meiner Meinung nach – gewaltig, weil es in keinem Bereich des öffentlichen Lebens mehr eine so große Angst vor Homosexualität gibt wie im Männerfußball. Bei den Damen allerdings, mit der unrühmlichen Ausnahme von Uche, nicht. Zweitens: http://de.fifa.com/womensworldcup/news/newsid=1465585/

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