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Future of the Left – Polymers are Forever

Als Appetizer für das dritte Studioalbum schicken Andy Falkous und Co. fünf neue Songs voraus. Das Gewicht wird dezent Richtung Keyboardlastigkeit verlagert, ansonsten bleibt bei den Walisern alles beim Alten: schlitzohriger Rock mit kultiviertem Noise-Faktor.

Nicht, dass Future of the Left zur Synthie-Band mutiert währen, die Vorliebe für Tasteninstrumente lässt sich jedoch spätestens mit dieser ersten EP der Noise-Rock Götter nicht mehr leugnen. Das beginnt bereits im typisch zerhackten, permanent dröhnenden Opener und Titelsong, der von Hookline zu Hookline ausschlägt und erst auf Umwege nicht mehr aus den Kopf will. Irgendwo blinkt da immer wieder das Keyboard von ‚Manchasm‚ auf, bis zur Orgel ist es am Ende nur noch ein kurzer Schritt. Aber auch, wenn die soundtechnische Detailfokusierung sofort auffällt – mehr als dem Drang zur Erneuerung huldigen Future of the Left den eigenen Stärken – die Gitarren schneiden sich aufgekratzt den Weg durch massive Beatgerüste, deren Bassläufe einem Faustschlag in die Magengrube gleich kommen.

With Apologies to Emily Pankhurst‚ ist ein räudig twistender Punkrocker mit Gruselkeyboard, ‚New Adventures‚ hopst mit abstrusen „Ba-Ba-Ba-Ba„-Chören zu hibbeligen Gitarren und pumpenden Rhytmen. Für ‚My Wife Is Unhappy‚ umschleicht sich Falkous zwielichtigerweise selbst, seine Band schunkelt abwartend um eine mysteriöse Melodielinie, die schließlich gar Bläser in peto hat. Das darauf folgende ‚Dry Hate‚ ist nicht nur im unmittelbaren Vergleich ein hastiger Rotzlöffel mit Noise im Getriebe, während ‚Destroywhitchurch.Com‚ Solidarität fordert. Der Gesang hastet vor der aufgedrehten Gitarre der alles niedermähenden Band davon, bevor der Song zur Hälfte noch Richtung Ambienttrack entlang gallopiert.
Was alle Songs neben dem unbedingten Gespür für zwingende Melodien gemein haben, sind die wieder absurd brillianten Texte von Falkous – der hat Neuigkeiten über den Renegaten Jesus, Joe Pesci´s Kopf und Polimeren zu erzählen.

Spätestens hiermit sollten Future of the Left sich vom Prädikat „McLusky-Nachfolgeband“ wohl weitestgehend befreit, den typischen Rock der Noiserock Legende zur Eigenständigkeit entwickelt haben. Fetter produziert und soundtechnisch dichter als die Vorgängerband haben die personellen Änderungen im Line-Up ihr übriges getan: Oceansize Buddie und Interims Bassist Steven Hodson wurde an Bass/Keyboard durch Julia Ruzicka (von Million Dead – Fans von Folkonkel Frank Turner dürfte der Name geläufig sein) ersetzt, mit Jimmy Watkins gönnte man sich gar einen zweiten Mann an der Gitarre. Rundherum also rosige Aussichten für Anfang 2012, wenn der dritte Longplayer ‚The Plot Against Common Sense‘ in die Läden kommen wird. Dass es unter dessen 15 Songs gerade einmal der Titelsong dieser EP geschafft hat, darf den Mund noch zusätzlich wässrig machen. Halten die Waliser den vorgegebenen Level, wird man der Band die dritte Glanztat in Folge zu Buche schreiben dürfen und schon jetzt auf das Noise-Rock Album 2012 hoffen.

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