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Gallows – Death is Birth

Für die ehemalige Britische Hardcorepunksensation hat eine neue Zeitrechnung begonnen. Der so markante Frontmann Frank Carter hat das sinkende Schiff verlassen, die Rumpfband macht mit dem ehemaligen Alexisonfire Gitarristen Wade McNeil am Mikro trotzdem weiter. Warum, kann die naheliegend betitelte EP nach dem vermeindlichen Ende der Band nur im Ansatz erklären.

Natürlich tragen die versammelten acht Minuten der vier Songs starken, ersten EP nach Frank Carter immer noch die Handschrift der einst so aufregenden Punker. Der Hardcoregehalt wurde jedoch wieder deutlich nach oben geschraubt, ‚Death is Birth‚ krebst nicht in derart nebolösen Orchestergefilden umher, die das Major Label Desaster ‚Grey Britain‚ 2009 zu einem verweichlichten, handzahm aufgeschwämmten Langweiler gemacht haben. Man wird sich also wohl ungefähr ausrechnen können, wo sich die musikalischen Visionen von Frank Carter und dem restlichen Gesapann um Bruder Steph auseinander dividiert haben. Dass sich ungefähr zeitgleich mit dem ehemaligen Gallows Frontmann auch die kanadischen Post- Hardcore´ler Alexisonfire nach Dallas Green endgültiger Transformation zu City and Colour aufgelöst haben, verkürzte die Suche nach einem neuen Brüllwürfel am Mikro natürlich drastisch, weil deren Gitarrist Wade McNeil nun nichts mehr zu tun hatte. Das eint eventuell gar die verbliebenen Fans, welche gerade einmal zwei Wochen nach Bekanntgabe des Zusammenschlußes erste Ergebnisse serviert bekamen.

True Colours‚ randalierte in nicht einmal 40 Sekunden gegen die auf ‚Grey Britain‚ eingeschlagene Richtung, hastete mit dem einzigen Ziel vor Augen über die Ziellinie, unnötigen Ballst abzuschütteln. Die „neuen“ Gallows wüten jedoch nur noch mit einem Bein in ihrem eigenen Gehege. Mit Wade McNeil ist der so markante britische Ansatz der Band verschwunden, der Mann aus Ontario positioniert sich stimmlich äußerst dicht an jener von Landsmann und Fucked Up Vorstand Damian Abraham. Ansonsten spielen Gallows nun Hardcore-Punk, der sich von Every Time I Die nur rudimentär unterscheidet – vorrangig jedoch tragischerweise in qualitativer Hinsicht. Den Eindruck bestätigt nun ‚Death is Birth‚:  Das eröffnende ‚Mondo Chaos‚ entfernt sich nicht allzuweit von den ersten vermittelten Höreindrücken, braucht 2 Minuten 37 Sekunden, um seinen Moshpit-tauglichen Chorus gefühlte hundert Mal zu wiederholen und mit platten „The world is allready fucked!“ Phrasen  die Nerven über Gebühr zu matern. Ein Hit.

Dabei spielen Gallows immer noch und endlich wieder schweißtreibenden Hardcorepunk, der seinen Fuß gleich gar nicht vom Gaspedal nehmen möchte. Das bereits bekannte ‚True Colours‚ hat neu aufgenommen nicht mehr Zeit als bisher, der Titelsong wie auch das EP- Highlight ‚Hate! Hate! Hate!‚ wollen in erster Linie Frust abbauen und wurden vom Szene erfahrenen The Bronx Saitenmeister Joby Ford druckvoll in Szene gesetzt. Weswegen ‚Death is Birth‚ auch das Gefühl vermittelt, mehr Befreiungsschlag und Aggresionsabbau als großartig durchdachtes Musikmanifest zu sein. Hauptsache mal machen, um zu sehen was geht. Was theoretisch wohl wieder so einiges sein könnte, haben Gallows ersteinmal wieder einen eigenen, eigenständigen Charakter gefunden. ‚Death is Birth‚ geht zwei Schritte zurück und wärmt die auf ‚Orchestra of Wolves‚ so unterhaltsam inszenierte Freude an innovationslosem Hardcore mit leicht veränderten Zutaten auf, macht tatsächlich Lust auf mehr. Ohne die prägnante Vorgeschichte würde ‚Death is Birth‚ jedoch wohl ersteinmal als ambitioniertes Allerlei untergehen.

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  1. Pingback: Gallows - Gallows - HeavyPop.atHeavyPop.at 5. September 2012 […] der plakativ benannten ‘Death is Birth‘-EP knallen Gallows dazu gleich den ultimativen […]

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