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Good night, Captain!

Captain Beefheart, Convocation Hall, Toronto, 1974Don Glen van Vliet, aka Captain Beefheart, ist gestern Nacht im Alter von 69 Jahren an den Folgen von Multipler Sklerose verstorben. Seine Musik wurde der Öffentlichkeit erst wirklich nach der Zusammenarbeit mit Frank Zappa und dem auf seinem Label Straight Records erschienenem Album „Trout Mask Replica“ bekannt.

Der Stil Beefhearts und seiner Magic Band, eine in den 60ern nie gehörte Mischung aus Bluesrock, Avantgarde, Free-Jazz und moderner Klassik, brachte ihnen zwar eine kleine, eingeschworene Fangemeinde, verschloss jedoch zeitgleich die Tür zu einer breiteren Öffentlichkeit. Viele der offensichtlich von Deltablues und Roots-Music beeinflussten Stücke haben eine damals in der Popmusik nie gehörte Polyrhythmik, setzen statt auf eingängige Gitarrenriffs auf atonale Tonspiele – und beeinflussten viele nach ihm.

Doch Beefhearts Karriere war nie das, was er wollte. Oft gab es Rückschläge, nach dem Ausbleiben des Erfolgs nach den beiden Alben „The Spotlight Kid“ und „Clear Spot“ 1972 zerbrach die Magic Band. Nach mehreren erfolglosen, von der Kritik vernichteten Alben, einer Tournee mit Frank Zappa und der Rückkehr zu seinen Stärken – expressiv-absurde Lyrik, komplexe Gitarren- und Rhythmus-Arrangements und nahezu atonale Kompositionen – Anfang der 80er zog er sich aus dem Musikgeschäft zurück, um sich ausschließlich der Malerei, seiner zweiten Leidenschaft, zu widmen.

Nun ist er an Komplikationen infolge seiner Multiplen Sklerose am 17.12.2010 in Nordkalifornien verstorben.

Foto: Jean-Luc Ourlin

Klemens

Das Licht der Welt erst 1991 erblickt und schon so bitter.

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