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KNOCK KNOCK KNOCK…

…KNOCK THEM OUT!!!


Und wieder ziehen dunkle Wolken am Horizont der Bildungspolitik auf. Wissenschaftsministerin Karl stellte heute, Dienstag, gemeinsam mit Bildungsministerin Schmied das neue Konzept zur „Regulierung des Unizugangs“ vor.

Diese neuen Regulierungsmaßnahmen sind ein „Übergangsmodell“, das 2014 wieder außer Kraft tritt. Bis dahin soll an einer „ehrlichen Lösung, die eine transparente Regelung auf Basis festgelegter Kapazitäten“- sprich, Studienplatzfinanzierung-  zum Inhalt hat gearbeitet werden.

Die inhaltlichen Schwerpunkte des Konzepts gestalten sich wie folgt:

Schon ab dem kommenden Wintersemester müssen Studieninteressierte sich an ihrer Wunsch-Uni noch vor der Inkriptionsfrist anmelden. So soll den Unis mehr Raum für effizienter Planung gegeben werden.

Die Studienwahlberatung soll verpflichtend wahrgenommen werden. Zwar wird das Angebot dieser Beratung (momentan hauptsächlich durch die ÖH mittels MaturantInnen- und Erstsemestrigenberatung durchgeführt) ausgebaut. Wie genau sich das gestaltet ist allerdings unklar.

Einschneidendste Maßnahme des Konzepts ist allerdings die Reduktion der Prüfungswiederholungen in den Studieneingangsphasen. Waren bis jetzt drei Prüfungswiederholungen, also vier Antritte, möglich, müssen Studierende nun mit zwei Antritten auskommen um de facto Knock-Out Prüfungen, wie sie sich in den Studieneingangsphasen nahezu immer finden, zu bestehen. Besteht man die jeweilige Prüfung nicht, darf man das betreffende Studium nicht mehr weiterstudieren.

Ministerin Schmied, die das Konzept- wenn auch nicht mit voller Überzeugung- mitträgt, argumentiert, dass es keine Knock-Out Prüfung am Beginn des Studiums gibt und somit von der großen Koalitionspartnerin unterstützt werden kann. Schließlich ist der freie Zugang zu den Unis für die Sozialdemokraten entscheidend. In Wirklichkeit öffnet diese Regelung nichts anderes als die Einführung eines Gebildes von Knock-Out Prüfungen, die über ein Semester verteilt sind. Zwar sind die Prüfungen in den Studieneingangsphasen teilweise nicht so umfangreich wie es Knock-Out Prüfungen zu Beginn des Studiums wären, aber de facto sind sie nichts anderes. In vielen Studienplänen finden sich bereits Prüfungen zu Basismodulen mit einer Durchfallsquote von 40% aufwärts. Werden jetzt noch die Möglichkeiten der Wiederholungen reduziert, bedeutet das nichts anderes als

1. weniger Studierende: Erschwerte Maßnahmen betreffend den Unizugang, sei es zu Beginn oder im Verlauf des Studiums, wirken immer abschreckend. Besteht die Chance an einer Studieneingangsphase zu scheitern und so das gewünschte Fach nicht weiterstudieren zu können, wird sich der/die Eine oder Andere die Inskription im Vorhinein zweimal überlegen. Auch wenn die Chancen, die Eingangsphase zu bestehen gut steht.

2. mehr Drop-Outs: Die Senkung der Drop-Out Quote, wie von der Wissenschaftsministerin immer wieder beschworen, wird so wohl in weeeeite Ferne rücken.

und 3. die erste konkrete bzw. unmittelbare Maßnahme zur Abschaffung des -momentan eh schon nur bedingt- freien Hochschulzugangs.

Das war er also. Der erste große Schritt einer schleichenden Beschneidung der Rechte der Studierenden und Verschärfung der Studienbedingungen. Und das alles mitgetragen von der Sozialdemokratie.

Conny

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Comments (1)

  1. C. Iber20. Januar 2011 Antworten
    und da kommt er auch schon, der erste rückzieher: die verpflichtende studienberatung wird im WS 2011/12 noch nicht stattfinden, da man sich über die personellen und finanziellen ressourcen wohl noch zu wenig gedanken gemacht hat… gut so! weiter so!

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