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Konzertbericht: Portugal. The Man @ FM4 Radiosession

Eine FM4 Radiosession ist immer etwas Besonderes. Nicht nur, weil es gar nicht so leicht ist Karten zu bekommen, sondern vor allem, weil die auftretenden Bands nicht einfach nur ihr Standardliveset runterbeten. Portugal. The Man spielten semiakkustisch und verliehen ihren Songs dadurch ein neues Gewand.

Portugal. The Man spielten semiakkustisch im Wiener Radiokulturhaus bei der FM4 Radiosession.

Anstelle des Keybords durfte Ryan Neighbors sich an ein richtiges Klavier (den schwarzen Flügel, der zum Inventar des Radiokulturhauses gehört) setzen. Die teils zerbrechlichen, teils kraftvollen Klänge des Klaviers sollten auch bezeichnend für das Konzert sein. Der semiakkustische Sound des Abends tat den – quer aus dem älteren Repetoir der Band entnommenen – Songs gut. Das überwältigende Schlagzeugspiel von Jason Sechrist lieferte sich mit dem abwechslungsreichen Gitarrengeschrammel des Sängers John Gourly einen Wettkampf. Perfekt ergänzt durch die drei Stimmen der Band: allen voran der hohe Gesang Gourly´s, der den Songs ihre Kraft und Emotion verlieh; immer wieder untermalt durch jenen des Bassspielers und des Keyborders.

Die Band spielte knapp 45 Minuten ihr Set, ohne unnötige Worte zu verlieren. Gourly begrüßte zu Beginn des Konzert mit einem Satz und schon startete die Band in medias res. Einzig vor der Zugabe bedankte sich Zach Carothers etwas ausführlicher: Sie freuen sich sehr, extra für die FM4 Radiosession nach Österreich gekommen zu sein, denn immer wenn sie in Wien seien, hätten sie eine gute Zeit und würden gut vom Publikum angenommen.
Dafür präsentierten Portugal. The Man auch zwei neue Stücke aus dem kommenden Album: „Got It All“ und „Senseless“.

Überraschenderweise gaben sie keines der großartigen Stücke aus dem aktuellen Album „American Ghetto“ zum Besten, sondern griffen lieber in die Kiste vergangener Alben. Während der Hit „The Sun“ fast schon zerbrechlich schön wirkte, wurde das auf Platte sehr kurze Stück „The Woods“ zu einer minutenlangen Zeitreise, die das Publikum aus dem Jetzt riß, getrieben durch Gitarresounds und Drumparts der 60s und 70s. In die gleiche Kerbe schlug „AKA M80 the Wolf“, das durch epische Maße die Kürze des Konzerts vergessen ließ. Psychedelic ist Trumpf, dachte sich das Quartett wohl an diesem Abend – zu Recht.

Auch die Band gab sich sehr zufrieden nach dem Konzert. Zach, Jason und Ryan mischten sich unter die Besucher_innen und plauderten entspannt mit den Leuten. Zach, bewaffnet mit Marker und Zigarette, freute sich über jedes „Hey guys, would you sign my T-Shirt?“ und alle posierten geduldig und ehrlich erfreut mit Fans für Fotos.
Portugal. The Man besteht aus Menschen, mit denen man liebend gern befreundet wäre, auch wenn sie nicht in einer coolen Band spielen würden. Einzig Sänger und Gitarrist John Gourly war nirgends zu sehen.
Aber das vergisst man schon mal, wenn 3/4 der Band die Hand für ein Foto um dich legen und sich bei dir bedanken.

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  1. Pingback: neonliberal meets...: Portugal. The Man - Das Online-Magazin mit Tiefgang. 19. April 2011 […] Einen Bericht des Konzerts im Radiokulturhaus findet ihr hier. […]

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