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Lost in Shared Space?

Nach zweieinhalb Monaten Umbauarbeiten ist es nun so weit: der Sonnenfelsplatz wurde zum Shared Space. Oder zumindest zu etwas Ähnlichem.

Mitte Juli wurde mehr oder weniger überraschend bekannt gegeben, dass ab dem 25. Juli mit dem Umbau des Sonnenfelsplatzes begonnen wird. Eine zweieinhalbmonatige Umbauphase folgte, in der der Platz eigentlich schon als Shared Space genutzt wurde – wollte man die Fläche überqueren, musste man sich zwischen diversen Baumaschinen durchschlängeln.

Eine Sanierung des Platzes war bei einer Frequenz von 15 000 Fahrzeugen pro Tag und einer Fußgänger_innenfrequenz von bis zu 3 400 Personen pro Stunde vermutlich notwendig, anhand dieser Zahlen klingt „Shared Space“ aber eher nach einer Drohung als nach Verkehrsberuhigung. Ob das Projekt fruchtet, ob die gleichberechtigte Nutzung des Raumes aller Verkehrsteilnehmer_innen wirklich zur Beruhigung des Verkehrs beitragen wird, wird man wohl erst dann sehen, wenn sich alle an das Konzept gewöhnt haben.

 

 

Was sagt die Bevölkerung am Tag der Eröffnung zum neuen Sonnenfelsplatz?

 

„Die Straßenplanung ist furchtbar, da merkt man, dass die Leute am Schreibtisch sitzen und sonst nichts tun!“

Gernot, Student

 

 

„Der Platz ist wirklich schön geworden. Ich hoffe, dass es dann funktioniert mit den Autos und Fußgängern, dass sich die Autofahrer etwas zusammenreißen und nicht wild durch die Gegend brausen.“

Kerstin, Studentin

 

 

„Ich hab mich eigentlich da her gesetzt und hab mir gedacht, das passt super, Sonnenfelsplatz, es scheint die Sonne. Die Bachmann hat geschrieben, es gibt nichts schöneres, als unter der Sonne zu sein. Es ist ein ruhigerer Verkehrsfluss als vorher.“

Hannes

 

 

„Im Vergleich zu vorher sieht es ein bisschen schlechter aus. Ich finde die Steine ehrlich gesagt nicht besonders schön, und als Sitzmöglichkeit ist das sowieso etwas fragwürdig, denn wer setzt sich auf einen kalten Stein? Es sollen zwar noch Bäume hinzukommen, aber besonders grün wird’s nicht ausschauen. Und ich finde die ganze Zone soll sowieso eher eine Fußgängerzone werden oder zumindest so, dass nur Busse fahren können.“

Diana, Studentin

 

„Das Projekt finde ich generell sehr gut, darüber haben wir in Geographie schon geredet, weil von den Autofahrern viel mehr Rücksicht auf die Fußgänger genommen werden muss. Das ist eher ein neues Projekt, und ich glaube, dass das großen Anklang bei den Studierenden, vor allem da am Campus, findet.“

Oliver, Student

 

„Ich finde es ganz gut, ich bin neugierig, wie es funktioniert. Ich habe mich schon länger damit beschäftigt auf der Uni, im Rahmen eines Projektes. Ich denke mir, dass das gerade für den Sonnenfelsplatz eine brauchbare Variante ist.“

Franz Brunner, Professor für Geographie

 

„Ich finde, es ist eine super Idee, und ich glaube, dass es hier ohnehin immer ein Semi-Shared Space war, und dass es einfach die logische Konsequenz war, dass man es zu einem richtigen Shared Space macht. Ich glaube, es hat immer funktioniert, und es wird auch weiterhin funktionieren.“

Peter, Student

 

„Ich finde es irgendwie unsinnig, es ist total unkoordiniert. Dafür, dass sie es einen Monat lang gesperrt haben, finde ich es eher sinnlos.“

Marie, Studentin

 

 

 

„Ich finde das Konzept prinzipiell spannend, bin mir noch nicht ganz sicher, ob es auch funktioniert. Wir werden in Zukunft sehen.“

Natalie, Studentin

 

„Ich glaube nicht, dass das funktionieren kann. Weil, von den Leuten, mit denen ich gesprochen habe, weiß niemand, wie das funktioniert: ob es einen Hauch von Regeln gibt, ob es überhaupt keine Regeln gibt, wer was wie tun soll. Wir haben gewettet, wann das erste mal etwas passiert.“

Anna, Studentin

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