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Macht die Schulen zu!

Eine Diskussion auf Twitter zwischen der @kpoe_steiermark und mir lässt mir gerade keine Ruhe. Ich will erklären, was sich nicht in 140 Zeichen erklären lässt.

Die Diskussion entwickelte sich aus der Kritik der KPÖ Steiermark an der Schließung mehrerer Schulen in der Steiermark…

https://twitter.com/#!/kpoe_steiermark/status/156704259084259328

…woraufhin ich mit Unverständnis reagierte. Meiner Meinung nach braucht es die vielen kleinen Volksschulen, ganz nah nebeneinander, einfach nicht mehr in einem Zeitalter, in dem die Mobilität so groß ist wie noch nie.

https://twitter.com/#!/herrklemann/status/156705429030842368

Findet die KPÖ Steiermark allerdings nicht. Mit FLAF ist übrigens der Familienlastenausgleichsfonds gemeint.
Im Vergleich zu zwei unausgelassteten Schulen, die voll finanziert werden müssen, steht für mich der Bustransport der Kinder aus einem Ort, in dem es keine Schule gibt, zu dem Ort, in dem es eine gibt, allerdings in keiner Relation. Egal, ob nun landes- oder bundesfinanziert.

http://twitter.com/#!/kpoe_steiermark/status/156793964635230209

http://twitter.com/#!/herrklemann/status/156799303199895552

Das war am 10.01., sechs Tage später war ich mit dem Ende der Diskussion noch immer etwas unzufrieden und hakte nach. Ich war unzufrieden, weil ich die Gegenüberstellung als irreführend empfand.

https://twitter.com/#!/herrklemann/status/158619458267652096

Ein Einwand, der in seiner Kürze anscheinend nicht so gut ankam. Promt wurde mir die Unterstützung von Krankenhausverkäufen und ein strammes Fahnehalten für die SPÖ unterstellt…
(Meine Meinung zur „Reformpartnerschaft“ sollte dem_der geneigten Leser_in hier weithin bekannt sein 😉

https://twitter.com/#!/kpoe_steiermark/status/158682929717981184

…was ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen konnte und mich zu einer ganzen Reihe von Tweets veranlasste.

https://twitter.com/#!/herrklemann/status/158683059468767234
https://twitter.com/#!/herrklemann/status/158683236120272897
https://twitter.com/#!/herrklemann/status/158683373525671937
https://twitter.com/#!/herrklemann/status/158683821447987200
https://twitter.com/#!/herrklemann/status/158683912317583361
https://twitter.com/#!/herrklemann/status/158684096103587840

Das „muss“ am Ende fuchst mich jetzt noch. Eine sachliche Diskussion durch so etwas zu stören finde ich einer Partei unwürdig, auch, wenn ich aus einem anderen politischen Lager komme. Den Tweet dazu enthalte ich euch hier jetzt allerdings, um diesen Post nicht noch länger zu machen.

Heute kam eine Antwort:

http://twitter.com/#!/kpoe_steiermark/statuses/158946631243407361

Was ich sagen will?

Die Schließung „zu kleiner“ Schulen ist in meinen Augen ein äußert sinnvoller Schritt.

  1. ist die Erhaltung der vielen kleinen Volksschulen für das Land und die Gemeinden sehr kostenintensiv. Der Transport zu oft sehr nahegelegenen Schulen ist nicht teurer für den Bund. Auch eine Landesförderung wäre hier denkbar. Abgesehen davon bilden sich am Land auch oft elterliche Fahrgemeinschaften.
  2. liegen manche Schulen wirklich keine 15 Kilometer voneinander entfernt. Beispiel: in meiner Heimatgemeinde Fischbach gibt es eine relativ große Volksschule, in der Fischbacher Katastralgemeinde Falkenstein gibt es ebenfalls eine Volksschule, die manchmal keine 20 Schüler_innen (alle 4 Schulstufen zusammen!) hat. Die Kinder aus Falkenstein besuchen den Fischbacher Kindergarten (und fahren mit einem vermutlich FLAF-fianzierten Bus die 10km hin und her), besuchen die Volksschule dann allerdings in Fischbach oder Falkenstein.
  3. ist die Qualität der Ausbildung in kleinen Schulen, in denen mehrere Schulstufen manchmal von nur einer Lehrperson in einem Klassenzimmer unterrichtet werden, oft nicht haltbar.
  4. Muss auch die Schulsprengelstruktur an die Regionalstruktur angepasst werden. Es macht wenig Sinn, an der aktuellen, historisch wild gewachsenen Struktur festzuhalten. Dabei geht es nicht um ein Fahnehalten für Franz Voves, sondern um sinn- und wirkungsvolle Schulverwaltung.

Und gerade zu letzterer würde die die Schließung mancher „Kleinschulen“ beitragen. Natürlich muss dies in Einvernahme und Absprache mit den zuständigen Personen, den Eltern und auch den betroffenen Kindern geschehen. Wenn die Reform woran scheitert, dann daran. Und das wäre schade.

Foto: Olaf_S

Klemens

Das Licht der Welt erst 1991 erblickt und schon so bitter.

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Comments (1)

  1. Lukas23. Januar 2012 Antworten
    Auch wenn so mancher Betroffene (egal ob Lehrer oder Arzt [!]) gegen die Zusammenlegungen bzw. Schließungen kleiner Schulen auf die Barrikaden steigt und sich in Briefen an Gott und die Welt Luft zu machen versucht, bin ich trotzdem deiner Meinung. Auch ich finde, dass es sich dabei um eine sinnvolle Sache handelt!

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