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Man Man – Life Fantastic

Man Man - Life FantasticMan Man präsentieren mit ihrem Album „Life Fantastic“ ihr überhaupt erstes Werk mit Produzenten. Dafür suchte man sich Mike Mogis – Bright Eyes Mitglied und Verantwortlicher für so gut wie jede Produktion des Saddle-Creek-Labels. Das passt auch, „Life Fantastic“ ist wieder ein wirklich gutes Experimental-Rock-Album geworden.

Nach drei rauen, absolut keinen Schubladen zuordenbaren Vorgängeralben, suchte sich die Band um Frontmann Honus Honus diesmal einen anderen Weg, um zum Ziel zu kommen: nachdem die Songs quasi im Kasten, aber noch nicht aufgenommen waren, ging man zu Produzentenmastermind Mogis ins Studio, um aufzunehmen. Dieser beriet auch noch in Sachen Arrangements – und fertig war die Platte.

Geschadet hat das nicht, wenn der elektronische Einstieg auch aufhorchen lässt. Aber schon bald fügen sich die Synthesizer wieder in ein Man Man-typisches Klangbild ein und man wird auf schnellem Wege zur Fahrt durch das Leben der Band mitgenommen. Zu hören gibt es Lieder über Trennungen, Tod, Richtungs-, Ahnungs- und Heimatlosigkeit.

“Contextually, this is an album fueled by the end of relationships, the death of good friends, an absence of structure, drifting from place to place without a real home. It’s funny because in the past I was able to take bad situations and turn them into something creative but this time around I just couldn’t at all. I felt nothing, which was worse than being miserable and depressed. Sometimes I guess you have to stumble around in a fog for awhile until you find a way out, rediscover your heart, take comfort in knowing that the only thing you really have control over is how you choose to roll with the punches. In many ways, this is an album about carrying on.
– Ryan Kattner aka Honus Honus über Life Fantastic

Und so klingt nicht nur der Titel von Life Fantastic positiv. Irgendwie geht es immer weiter. Honus Honus singt sich wieder mit markant rauer Stimme durch zehn Titel, die streckenweise unterschiedlicher nicht sein könnten, sich aber trotzdem zu einem großen, runden Ganzen zusammenfügen. Da stößt Jazz mit osteuropäischen Einflüssen (Haute Tropique) auf beschwingten, modernen R&B mit Surfgitarren und mehrstimmigem Harmoniegesang (Piranhas Club), zwischendurch lassen Man Man sogar mit dezenten Streichern, arrangiert von Nate Walcott (ebenfalls Bright Eyes), aufhorchen.

Die Ähnlichkeit zu Tom Waits ist nach wie vor da. Die Rhythmen, der Gesang; das alles haben wir schon einmal ähnlich vom Meister gehört. Trotzdem klingen Man Man frisch und typisch, Ähnlichkeiten lassen sich als charmante Zitate erklären. Was auch immer es ist, das uns die fünf Amerikaner mit den Pseudonymen da präsentieren, es reißt von Anfang an mit. Life Fantastic ist Musik, die an schönen Sommertagen ebenso gehört werden kann wie in verregneten Abenden oder durchzechten Nächten. Irgendwie verzweifelt, aber am Ende ist da immer der Punkt, der uns sagt: „Schau, es geht weiter. Mach das Beste daraus.“


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httpv://www.youtube.com/watch?v=KpVLWh8se_U

Klemens

Das Licht der Welt erst 1991 erblickt und schon so bitter.

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