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Melvins – Sugar Daddy Live

Die nächste Ladung an Live Material der Melvins. Wer bisher noch keinen Zugang zu den Ikonen des Sludge Metal gefunden hat, muss hiermit nicht anfangen. Fans stellen sich Sugar Daddy Live mit einem Leuchten in den Augen ins Regal zu all den anderen wunderbaren Werken der Ausnahmeband.

Nachdem King Buzzo, Dale Crover und ihre Big Business Rhytmusgruppe im Mai bereits eine erschöpfende, vier Cd´s umfassende Sammlung der Spaceland Konzerte rausgehauen haben, folgt diesen Monat die nächste Ladung. Diesmal serviert via Ipecac und mit überschaubarerer Tracklist.
Aufgenommen auf der 2008er Tour in Busta-Guts Club in Downey, California, setzt sich ‚Sugar Daddy Live‚ deswegen auch zu weiten Teilen aus den beiden damals jüngsten Alben der Band zusammen, präsentiert sich als ein nahezu perfekter Querschnitt aus der superben Bandneugeburt ‚(A) Senile Animal‘ und dem sehr guten ‚Nude with Boots‘.

Dazu gesellen sich einige wenige ältere Stücke (‚Eye Flys‚, ‚Tipping the Lion‚ und ‚Boris‚), zudem wird die amerikanische Nationalhymne ‚Star Spangled Banner‚ als Harmoniegesang accapella – nur Crover kann sich nicht zusammenreißen – herrlich schief durch die ansonsten permanent hart groovende Melvins Walze getrieben. Alleine durch die Songselektion also eine klare Sache für Fans, Anreiz genug sich auch nach einem guten Dutzend Live Platten der Band auch noch eine Weitere ins Regal zu stellen.
Dazu präsentieren sich Buzz Osbourne und seine kampferprobten Rockgenossen in Bestform, prügeln ihr Set stämmigst nach Hause. Genug Zeit bleibt dabei dennoch, um Schlagzeugmeister Crover mit der Big Business Rhytmusgruppe Warren und Willis brillieren zu lassen, orgasmische Doppelschlagzeugperformance natürlich inklusive.

Beachtenswert, wie nahtlos alte Klassiker der Marke Dronegeburtshilfe – namentlich ‚Eye Flys‘ (übrigens gleich mal drei Minuten länger als die Studioversion von 1987) – sich an neue Rockmonolithen wie ‚The Kicking Machine‚ anschließen. Auch ein Tatsachenbeweis, dass die Melvins auch ein gutes Vierteljahrhundert nach ihrer Gründung immer noch zu den Meistern moderner Metalvariationen gehören.
So wie ‚Sugar Daddy Live‚ ohnedies ein einziges Zeugnis von der schier uferlosen Brillanz dieser Band ist, die als wahres Rock´n´Roll Monster immer noch härter bratzen als ähnlich gearteten Epigonen Mastodon, Torche oder Boris, für die die Melvins immer schon Blaupause waren und in der seit spätestens 2006 wieder befindlichen Topform  wohl auch weiterhin gelten dürfen. Eine Band wie eine Urgewalt.
So fragwürdig Live Alben auch sein mögen: Dank guter Soundkulisseund mit unbändiger Spielfreude ausgestattet, druckvoll in Szene gesetzt, auch zum x-ten Mal eine Freude auf Konserve.


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Comments (1)

  1. Pingback: Melvins - The Bulls & The Bees - HeavyPop.atHeavyPop.at 11. März 2012 […] Melvins wissen, wie man die Sache spannend hält: nach dem so formidablen Livealbum ‘Sugar Daddy‘, welches die imposante Einarbeitung der Big Business-Crew auch abseits der drei gemeinsamen […]

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