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Mogwai – Earth Division EP

Mogwai bleiben die wahrscheinlich konstanteste Band im Post-Rock: ‚Earth Division‘ verschiebt Akzente und wandelt auf für die Glasgower weniger ausgetretenen Wegen. Das Ziel ist – natürlich – das selbe: Wunderschöne Musik zum Niederknien.

Das Artwork nimmt bereits viel vorweg – von der sauber ausgeleuchteten Urbanität der Großstadt verschlägt es ‚Earth Division‚ in die dunkle Natur; ein Bild von ebenso großer Schönheit wie nicht greifbarer Bedrohlichkeit fasst die knappe Viertelstunde an „neuem“ Material dabei auf seine Art bestmöglich zusammen. Die vier versammelten Song sind zwar in den selben Sessions entstanden, wie das wiedereinmal rundum tolle siebente Studioalbum ‚Hardcore Will Never Die, But You Will‚, dennoch zeigen sie Mogwai im direkten Vergleich doch in dezent anderem Licht.

Unheilschwanger bereits der Einstieg in „Earth Division„: ‚Get to France‚ lässt sanfte Streicher über eine Pianomelodie zirkulieren, die sich nicht entscheiden kann, ob sie nun traurig, tragisch oder bösartig gemeint ist. Was das mit knappen zwei Minuten verhältnismäßig kurzen Stück dann auch zu einer der bisher schönsten Mogwai Nummern überhaupt werden lässt. Dieses Prädikat verdient sich das folgende ‚Hound of Winter‚ ebenso, wenn auch mit gänzlich anderen Mitteln. Mit reduzierter Akkustikgitarre in der Hauptrolle und Mundharmonikaunterstützung steht der Song in der Tradition der gerne vergessenen Perle ‚The Devil Rides‚ – wenn schlussendlich Streicher den niedergeschlagenen Gesang (!) umarmen, darf man mit Fug und Recht behaupten, den vielleicht besten Neo-Folk Song der Band bis dato gehört haben zu dürfen.
Das längste Stück der Platte, ‚Drunk and Crazy‚, schlägt – man darf es beinahe erwarten – wieder in eine vollkommen andere Richtung aus und folgt den elektronischen Experimenten, denen die Band auch auf ‚Hardcore Will Never Die, But You Will‚ gelegentlich folgen mochte. Was das Stück unter anderem mit seinen Vorgängersongs eint, ist der Streichereinsatz – diesmal allerdings mit unbedingten Willen zur Dramatik: ‚Drunk and Crazy‚ ist über seine fünf Minuten trotz rhythmischer Beatarbeit näher dran an alptraumhfter ‚Blade Runner‚-Ästhetik denn am fröhlichen Tanzbodenfüller.
Das verbindende Element – die Streicher – dürfen natürlich auch im abschließenden ‚Does This Always Happen?‚ nicht fehlen. Hier schmiegen sich diese an einsame Pianotupfer und behutsame E-Gitarrenlinien – Mogwai inszenieren ihren Postrock als gedankenverlorene Soundscapes, unnachahmlich gut und einfach schlicht und ergreifend wunderschön.

Dreimal reduzierter Wohlklang und einmal aufbrausende Elektronik ergeben eine gute Viertelstunde, die trotz ihrer breitgefächerten Ausrichtung nicht harmonischer verlaufen könnte. Mogwai führen mit der großteils entspannten und jederzeit dunkel gehaltenen ‚Earth Division EP‚ abermals vor, weswegen sie in ihrem Metier nahezu unschlagbar sind – auch dadurch, indem sie nichts auf Schubladen geben und schlußendlich einfach hinreißend anmutige Musik an sich spielen. So hinterlässt ‚Earth Division‚ abermals den Eindruck einer Band, die konventionslos in Höchstform läuft. Dennoch bleibt ein unbefriedigender Nachgeschmack: ‚Earth Division‚ macht eher süchtig, denn zu sättigen – Gerade einmal sieben Monate nach dem letzten Album kann das folgende demnach nicht bald genug kommen.

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