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Mona – Mona

Genug getönt wurde ja im Vorfeld: Selbstsicherheit an der Grenze zur Arroganz, Kneipe nschlägereien und die Wachablöse für U2. Zu erwarten war das heißeste Debütalbum aus Nashville, seit die Kings of Leon auszogen, um die Welt zu erobern. Mona sind schon mit ihrem Debüt auf dem besten Weg dorthin.

Eine Band, die außer großen Tönen noch nichts vorzuweisen hat, mit einer Platte, die den hemdsärmeligen Rock´n´Roll inhaliert hat – in den Bars, in den Clubs, auf den Straßen – wie kann so etwas derart in die Stadien dieser Welt drängen?
Fakt ist: Mona verstehen um was es im Rock geht und vor allem, wie man ihn so serviert, dass er nicht Nischenprogramm bleibt. Vorsichtshalber ließ Sänger Chris Brown ja schon vorab ausrichten, dass seine Band die neuen U2 werden würden. Erstaunlich aber, dass man ihm dies nach dem Debütalbum tatsächlich auch noch abnehmen muss.

Natürlich: Chris Brown klingt nahezu identisch wie der junge Bono Vox, presst seine Vocals mit derselben Inbrunst durchs Mikro, brüllt mit kehligen Nachdruck, schmachtet leidend. Dazu greift der passionierte Sonnenbrillenträger und Joe Strummer Lookalike jedoch lieber zum nächsten Bier als zum Weltfrieden zu lenken. Seine Band spielt dazu druckvoll drängend ohne Widerspruch zu dulden und klingt dabei wie die großen Brüder aus Nashville. Nur dass sie eben einfach alles besser – also richtig – machen, als es die Kings of Leon seit ihrem Eintritt ins Rampenlicht tun. Denn bei Mona passt schlussendlich nicht nur das Drumherum, hier passen vor allem die Songs.

Zehn davon präsentieren Mona in 35 Minuten. Welche davon als Single auserkoren wird, kann getrost der Zufallsgenerator entscheiden. Da drängelt sich Hit an Hit, das strotzt vor Herzschmerz und Eingängigkeit. Melodien für Millionen sind das. Aufgenommen im mutmaßlichen High End Keller mit Rich Costey – was bedeutet, dass der Sound prall ohne Ende daherkommt. Da werden Ohrwürmer schnell zu weltumarmenden Hymnen, die vordergründig zwischen “Where the Streets Have No Name“ und “Sex on Fire“ pendeln; also dringlich rocken ohne wirklich weh zu tun oder auf Gefühle zu vergessen und die große Geste perfektioniert haben. Schmutziger Rock`n`Roll zu dem auch der spießigste Bankangestellte die Fäuste recken darf.

Am besten bringen es Mona im Video zu „Listen to Your Love“ ohnedies selbst auf den Punkt: Das ist Nostalgie mit jugendlichem Übermut, Traditionsbewusstsein das nach den Sternen greift, überschwängliche Euphorie neben nach Sonnenuntergängen schreiender Melancholie.
Revolution ist das dabei keine. Aber schmissiger in derart angängige Dosen ohne ein Gramm Fett gepackt, wurde das schon lange nicht mehr. Dass Mona die gröbsten Kanten abgeschliffen wurde und damit auch zu nicht kleinen Teilen nach Berechnung riecht, darüber darf man hinwegsehen.
Denn spätestens wenn Mona beim nächsten Live Aid nach U2 auftreten werden, ist das immer noch Musik, die man sich ungeachtet der Halbwertszeit auch bierselig in der hintersten Spelunke anhören würde.

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