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Neiddebatte um Diplomatenspass

Mensdorff-Pouilly, der berühmteste Lobbyist Österreichs, hat einen „Diplomatenpass“, mit dem er sich international als Diplomat ausweisen kann. Wir können dankbar sein, dass das bekannt wurde. Jetzt geht nämlich wieder die immer gleiche Neiddebatte los.

Dabei hat Mensdorff-Pouilly doch einen guten Grund dafür, so einen Pass zu haben: er ist schließlich der Ehemann der ehemaligen Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat, die nun als Unternehmerin und Unternehmensberaterin tätig ist und ebenfalls so einen Pass ihr Eigen nennt. Als Ex-Politikerin in Österreich ist das selbstverständlich. Wie auch für Franz Vranitzky, dem sozialdemokratischsten SPÖ-Kanzler der letzten Jahrzehnte, und Charly Blecha, die sich ohne Diplomatenpass bei ihren internationalen Umtrieben für die Nation fast nackt fühlen würden, ganz ohne staatlichem Sicherheitsschutz.

Auch Rauch-Kallats Nachfolgerin, die unvergessene Andrea Kdolsky (nicht Katholsky, Kdolsky!), Herausgeberin eines Schweinsbratenkochbuchs und auch ansonsten für ihre Kleider bekannte Ex-Ministerin, trägt so einen Pass. In der aktuellen Debatte im die Rechtfertigung der Ausstellung eines solchen Dokuments an Ex-Politiker_innen sieht sie eine Neiddebatte und kritisiert die aktuellen Machthaber Faymann und Spindelegger harsch für ihre Sparwut:

Es wird nicht mehr darüber diskutiert, ob es dem Staat hilft, etwas einzusparen, sondern es wird sofort gesagt: ‚Warum hat der das, und ich habe es nicht?‘

quelle: derstandard.at

Aber auch Kardinal Christoph Schönborn, einer der größten aktuellen Kirchenreformer schlechthin, hat so einen Pass „einfach so bekommen“. Wie auch andere Hochwürden, die sich sehr um die Republik verdient gemacht haben.

Und nun will die Österreichische Neidgesellschaft diesen Würden- und Ehrenträger_innen einfach so ihre hart verdienten Pässe wegnehmen, nennt das noch dazu eine „Pipifax-Maßnahme“. Es ist nicht mehr weit her mit unserem Land, das sag ich euch.

Foto: SPÖ Presse & Kommunikation

Klemens

Das Licht der Welt erst 1991 erblickt und schon so bitter.

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Comments (1)

  1. Lukas23. Januar 2012 Antworten
    Die ganze Sache mit den Diplomatenpässen ist doch typisch für unser kleines Operetten-Land, in dem du zumindest einen Titel haben und mit Manfred Ainedter befreundet sein musst, um ernstgenommen zu werden!

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