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neonliberal meets…: the band in Heaven

Wieviele Erbverwalter brauchen Bands wie My Bloody Valentine eigentlich noch? Fakt ist: Ohne die visionären Wegbereiter des Shoegaze würden Epigonen wie The Pains of Being Pure at Heart wohl nicht so klingen, wie sie es tun. Was deren Musik an sich dadurch jedoch nicht schlechter macht.

Die Liste der Bands, die von Kevin Shields und Co. maßgeblich geprägt wurden, ist wahrlich keine kurze. Addiert man dazu noch den Einfluss von The Jesus and the Mary Jane oder the Cure und würzt mit modernen Noiserockbands wie No Age und spacigen Alternative ala The Crocodiles nach ist die Marschrichtung halbwegs klar vorgegeben.
Als kleinster Nenner all der genannten Bands präsentiert sich nun eine junge Band aus Florida, the band in Heaven.
Schon wieder eine Band also, die ihre Popsongs in Feedback und Synthesizernebeln ertrinken lässt? Die zwar wissen, was gute Melodien sind, diese aber hinter massiven Noisewänden verstecken und dazu live das Keyboard über simple Akkorde walzen lassen, während das Schlagzeug stumpf den Beat hält?

Im Grunde: ja. All das präsentieren the band in Heaven. Was nicht originär ist, kann jedoch dennoch gut sein. Dass seine Band das Rad nicht neu erfindet weiß Gitarrist und Sänger Ates Isildak: „All diese Band wussten, wie man Pop und Noise auf eine Art und Weise kombiniert, wie es die meisten Bands nicht tun. Ich denke, dass ist auch der Aspekt ihrer Musik, der uns am meisten beeinflusst.“
Woran etwas dran ist. The band in Heaven machen keinen Hehl aus ihren Einflüssen, dabei sind Isildak und seine Partnerin Lauren Dwyer klug genug, nicht zu bloßen Kopisten zu werden. Das hier ist eigenständig genug, um den Spagat zwischen Shoegaze, (Dream)pop und Elektronikambient zu schaffen.

So stark man die Musik der beiden auch als eklektisches Konglomerat der Einflüsse hören kann, fahren the band in Heaven damit in einer eigenen Spur, heben  vor allem den Drone in ihrem Liveprogramm auf ein regelrecht apokalyptisches Level für Indierockverhältnisse und verleihen ihrer Musik so eine Düsternis, die The Pains of Being Pure at Heart beispielsweise wohl nicht einmal gefunden hätten, wäre auf ‚Belong‚  der Lärm nicht ohnedies außen vor gelassen worden.
Vielleicht funktioniert das auch so gut, weil Isildak und Dwyer als Kern der Band mit wechselnden Gastmusikern arbeiten und den Bandansatz damit permanent frisch halten, sich neuen Einflüssen damit auf keiner Front verschließen. Was möglicherweise auch erklärt, weswegen Coversongs von den Cranberries oder Q Lazzarus über Gebühr gelingen.

Namedropping galore und verdammt eingängige Popsongs in einem verwischten Sound, auf den Hypeplattformen wie Pitchfork steil gehen. The Band in Heaven wäre damit wohl geradezu prädestiniert, alsbald von den Titelseiten hipper Musikmagazine zu posen. Auf dem richtigen Weg dorthin ist die Band jedenfalls, auch wenn man es nicht eilig hat anzukommen.
Noch veröffentlicht man auf über die Do-it-Yourself Schiene, bringt Kassetten (so auch die Splitsingle mit dem Surfer Blood Ableger Weird Wives) bei Live Auftritten unter`s Volk und werkelt noch an einer Debüt Ep. Und ebenso daran, zur Speerspitze einer aufkeimenden, spannenden neuen Musikszene Floridas zu werden.
Wohin es the band inHeaven schlußendlich verschlagen wird, muss sich erst zeigen. Wer sich mal wieder die Gehörgänge durchdröhnen lassen und dabei trotzdem eine flotte Melodie auf den Lippen finden möchte, sollte jetzt schon ein Ohr riskieren.

Zum vollständigen Interview mit the band in Heaven geht´s hier!

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