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#oehwahl2011 – Die Wahlbeteiligung. Eine Unbekannte.

Bald ist es wieder soweit: die Wahlen zur „Österreichischen HochschülerInnenschaft“ (ÖH) stehen an. Alle zwei Jahre haben Studierende die Möglichkeit, ihre gesetzliche Interessensvertretung zu wählen. Und alle zwei Jahre wird mit fast allen Mitteln versucht, die Studierenden an die Wahlurnen zu bringen.

Schon Wochen davor ist kaum zu übersehen, dass bald Wahlen stattfinden. Dennoch sinkt die Wahlbeteiligung kontinuierlich. Gingen in den 60ern bundesweit noch 70 Prozent der Studierenden zur ÖH-Wahl, waren es 2009 nur mehr knapp 26 Prozent. Dass fast nur noch ein Viertel aller Studierenden von ihrem Stimmrecht Gebrauch macht, obwohl an jeder Ecke Plakatständer, Infotische und Freibierstände stehen, hat wohl viele Gründe. Die Abschaffung der Direktwahl der Fakultäts- und Bundesvertretung ist wohl einer davon, immerhin wurde damit die Möglichkeit zur direkten Mitbestimmung von Studierenden stark beschnitten. Die letzte große Talfahrt in der Wahlbeteiligung gab es aber schon Jahre zuvor, als auf einen relativ starken Anstieg der Wahlbeteiligung Mitte der 80er ein Einbruch auf in etwa das derzeitige Niveau folgte.

Das mediale Interesse an der ÖH-Wahl blieb (mit Ausnahme von derstandard.at und FM4) überschaubar, bisher wurde sie meistens durch andere Wahlen überschattet. Nur befinden wir uns derzeit in einer Wahl-armen Phase, was einige Medien dazu bringt, sich stärker mit der ÖH-Wahl zu befassen. So hat etwa der Privatsender ATV eine „Elefantenrunde“ der bundesweiten Spitzenkandidat_innen via Livestream übertragen. Auch auf den Online-Ausgaben diverser Tageszeitungen wird regelmäßig über den Wahlkampf berichtet.

Betrachtet man die Anzahl der Kommentare auf derstandard.at als eine Art Indikator für das allgemeine Interesse an der ÖH-Wahl, gilt das Argument von Politikverdrossenheit als Grund für die niedrige Wahlbeteiligung nicht. Zwar gibt es bei den Artikeln zur ÖH-Wahl weit weniger Postings als vergleichsweise im Innenpolitik-Teil, umgelegt auf die Grundgesamtheit der Studierenden ist die Anzahl aber durchaus in Ordnung. Es bleibt natürlich die Frage, wie viele „nicht Fraktionierte“ hier mitdiskutieren.

Auch wahlkabine.at scheint erkannt zu haben, dass die ÖH-Wahl eine der spannendsten Wahlen in nächster Zeit ist. Erstmals kann man dort testen, welche Fraktion am ehesten seine_ihre Interessen vertritt.

Es ist – auch mit Blick auf rege Beteiligung an der #unibrennt-Bewegung – also durchaus denkbar, dass es bei der diesjährigen Wahl wieder zu einem Anstieg der Wahlbeteiligung kommt. Und wenn das alles nicht motiviert, gibt’s ja noch Heinz Fischer, der per Videobotschaft zum Wählen aufruft.

Foto: kellerabteil

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