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Omega Massif – Karpatia

Aus der ‚Geisterstadt‘ walzen Omega Massif unaufhaltsam ins Gebirge. ‚Karpatia‘ bietet eindringliche Soundlandschaften mit gleichen Mitteln und ähnlich gut wie das monumentale Debütalbum. Das sollte den Ruf der Deutschen als eine der besten instrumentalen Post-Metal Bands festigen.

Man kennt das ja von ähnlich gearteten Bands wie Russian Circles oder Pelican: die nehmen die Aufbauten des Postrock her, verzichten vollends auf Gesang und spielen näher am Post-Metal von Neurosis oder Isis. Dass Omega Massif das auf Weltniveau drauf haben, haben die vier Burschen bereits mit der superben ‚Kalt‚-EP sowie dem nachfolgenden Debütalbum ‚Geisterstadt‚ bewiesen – und die Metalwelt von Würzburg aus im Sturm erobert. ‚Karpatia‚ knüpft nun endlich, knappe vier Jahre später, nahtlos an das erste Album an. Geboten werden demnach wieder tonnenschwere Riffs vor furchteinflößenden Soundwänden, imposant organische Landschaften, die das Kopfkino so richtig in Gang bringen – ‚Karpatia‚ ist ein heavy rockendes Monstrum getragenden Metals geworden; treffender ließe sich die imposante Mischung aus Metal, Doom und Sludge ohnedies nicht beschreiben, als es der Bandname schon suggeriert: das ist im reinsten Worstsinn schlicht und ergreifend unfassbar massiv.

Was Omega Massif dabei wieder von dem Gros ähnlich aufspielender Bands hervorhebt: die Vier beherrschen das Spiel mit der Dynamik nahezu perfekt, schaffen es mühelos über 46 Minuten die Spannung aufrechtzuerhalten. Drückend dicht malmen sich die sechs Song über bis zu zehn Minuten. Auf den Einsatz von Harmonika wie bei ‚Unter Null‚ verzichtet man diesmal und kann sich das leisten, erzeugt man doch eine nicht minder beeindruckende Atmosphäre wie ‚Geisterstadt‚ sie hatte. Die einzelnen Songs variieren geschickt zwischen monolithischer Erhabenheit und unheilvoller Härte. Brachial ist das, niemals aber plump. Omega Massif weben ‚Ursus Actor ‚ zu einem knapp zehn Minuten langen An- und Abstieg der Emotionen – dazu reichen ein Bass, zwei Gitarren und ein Schlagzeug. ‚Wölfe‚ gerät in selber Manier zum wahrscheinlich eingängigsten Song der Band und hetzt hungrig mit Hammerriff durch die karge Landschaft – schneller waren Omega Massif noch nicht. Dabei lassen die Würzburger alle Fettnäpfchen zu konventioneller Kompositionskunst geschickt aus, sind wendig und überraschend.
Omega Massif bleiben ihrem Stil weitestgehend treu ohne sich zu wiederholen und schrauben leicht an der Feinjustierung. ‚Karpatia‚ tritt damit würdig in die großen Fußspuren von ‚Geisterstadt‚ und kann diese beinahe vollends ausfüllen. Demnach wieder ein Fest für Genrefans.

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Comments (1)

  1. Pingback: Instrument - Olympus Mons - HeavyPop.atHeavyPop.at 21. August 2012 […] Intensitätsformen, wie das der Opener und Titelsong mit seinen scharfkantigen Riffs nahe am Omega Massif noch andeutet – obwohl eine derart gespenstische Trompete bei den Kollegen aus Würzburg wohl […]

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