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Pink Floyd – A Foot in the Door

Pink Floyd sind ein unbekanntes Terrain? Die ‚Why Pink Floyd?‘-Rerelasewelle erschlägt aber quantitativ und finanziell in seiner Oppulenz und man möchtes nur einmal in das Werk der englischen Legende hinein schnuppern bzw. das „Wichtigste“ zuhause haben? Für all jene bringt EMI nun die Zusammenstellung ‚A Foot in the Door‘ – von der man in jedem Fall die Finger lassen sollte!

10 Jahre nach ‚Echoes‚ schickt EMI im Zuge der ‚Why Pink Floyd?‚ Kampagne ein neues Best-of ins Rennen. Der einzig plausible Grund, der dafür zu finden ist: Menschen, die nicht alles von Mason, Gilmour, Waters, Wright und Barrett im Schrank brauchen, sollen ebenfalls in den Genus der dynamischen neuen Soundabmischungen der Rereleases kommen. Was wenig plausibel klingt, reicht dann auch nicht als Kaufanreiz, denn tatsächlich macht ‚A Foot in the Door‚ so ziemlich alles falsch, was eine derartige Compilation nur falsch machen kann. Mag die Platte namentlich auch keinen Hehl daraus machen, nicht mehr als einen Fuß in die Türe potentieller Neuhörer zu bekommen, ist selbst für jene die Anschaffung dieser „Best of“ Platte obsolet. Soll es eine derartige Compilation sein, dann doch lieber nach wie vor das zehn Jahre alte ‚Echoes‚.

Zuallererst ist natürlich die Länge von ‚A Foot in the Door‚ ein Sargnagel: Mit 79:39 Minuten ist die CD zwar randvoll gefüllt, dass dies bei Pink Floyd jedoch nicht genügen kann, erklärt sich von selbst. Da war der Doppel-Datenträger Ansatz von ‚Echoes‚ durchaus geschickter gewählt. So fügen sich hier „nur“ 16 der bekanntesten Songs zusammen – dass da noch soviel mehr drauf gepackt werden hätte müssen, sei einmal außen vor gelassen. Denn ungeachtet der Tatsache, dass Pink Floyd vielleicht DIE klassische Album-Band schlechthin sind, funktionieren ‚Wish You Were Here‘, ‚Another Brick In The Wall Pt. 2‚ und all die anderen Kompositionen natürlich auch für sich alleine stehend tadellos. Wenn eine „Best of“ Compilation aber von 14 Studioalben gerade einmal 6 berücksichtigt – und nicht einmal die besten –  da kann etwas nicht stimmen. Kein ‚The Piper at the Gates of Dawn‚ (hat man nicht die US Version des Debütalbums bei der Hand) – weswegen sich mit ‚See Emily Play‚ gerade einmal ein Song aus den 60ern auf ‚A Foot in the Door‚ findet -, kein ‚Animals‚, kein ‚Meddle‚, kein‘ Atom Mother Heart‚, kein….

Das Hauptaugenmerk liegt hier klar auf den absoluten Kassenschlagern der Band: ‚Wish You Were Here‚ platziert drei von fünf Songs, ‚Dark Side of the Moon‚ mit fünf Songs das halbe Studioalbum. Dazu noch die mutmaßlich vier beliebtesten ‚The Wall‚ Stücke. Dass auch ‚A Momentary Lapse of Reason‚, ‚The Division Bell‚ und selbst ‚The Final Cut‚ wieder den obligatorischen, fraglich notwendigen Beitrag leisten ist natürlich legitim – nur macht das die Absicht der Compilation, ein heimliches ‚Greatest Hits‚ Album sein zu wollen vollends zunichte. Immerhin werden dafür Songs wie ‚Astronomy Domine‘, ‚Let there Be More Light‚ oder ‚Not Now John‚ (um nur einige wenige zu nennen) ausgespart. Songzusammenstellungen sind natürlich immer ein heikles Thema – im Falle von ‚A Foot in the Door‚ führt dies zu einer wirklich unausgegorenen Angelegenheit.

Was ‚A Foot in the Door‚ dann auch noch den Gnadenschuss gibt: Wie für ‚Echoes‚ wurden zwischen den einzelnen Songs künstliche Übergänge gebastelt, die aber stellenweise mehr schlecht als Recht gelingen. Songs kündigen da schon mal den Nachfolgetrack der Studioplatte an, werden dann einfach ausgefadet und in die folgende ‚A Foot in the Door‚-Nummer gemischt. Noch weniger gelungen: Tatsächlich hat man zahlreiche Songs geschnitten, gekürzt und gestrafft. Das mag für die auf die „Hitsingles“ der Band schielende Käuferschicht durchaus nachvollziehbar sein, nicht nur aus künstlerischer Sicht jedoch ein Sakrileg.
Warum also kein Rerelease der nicht perfekten, aber äußerst gelungenen ‚Echoes‚-Compilation? ‚A Foot in the Door‚ kann darauf trotz tollem Sound jedenfalls keine Antworten geben. Dass die präsentierte Musik natürlich über alle Zweifel erhaben ist, geht im Ärger über ein derartig unnötiges Release beinahe unter.

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